Geldpolitik

Der EU-Vertrag legt Preisstabilität als vorrangiges Ziel des Eurosystems fest. Zur Umsetzung dieses Ziels hat der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB-Rat) Preisstabilität als mittelfristigen jährlichen Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von unter, aber nahe zwei Prozent definiert. Die geldpolitische Strategie schafft den Rahmen, in dem geldpolitische Entscheidungen getroffen werden können. Die Basis dieser Entscheidungen bilden umfassende Analysen der Risiken für die Preisstabilität. Die Umsetzung der Geldpolitik erfolgt über die nationalen Zentralbanken. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ist durch die Teilnahme ihres Gouverneurs im EZB-Rat maßgeblich an den geldpolitischen Entscheidungen des Eurosystems beteiligt. Der Gouverneur ist dabei an keinerlei Weisungen gebunden.

Die volkswirtschaftlichen Analysen der OeNB unterstützen die geldpolitische Meinungsbildung des Gouverneurs. Im Zentrum stehen die Einschätzung der Preis- und Wirtschaftsentwicklung im Euroraum und der für diese relevanten Rahmenbedingungen. Dazu veröffentlicht die OeNB Prognosen und Indikatoren zur laufenden Wirtschaftsentwicklung in Österreich.

Aufgrund der großen Bedeutung der zentral-, ost- und südosteuropäischen Länder für die Wirtschaft, aber auch für die Finanzmarktstabilität Österreichs, legt die OeNB besonderes Augenmerk auf die Analyse dieser Region. Zudem unterstützt die OeNB die Entwicklung in dieser Region im Rahmen der Technischen Zentralbankkooperation und des Joint Vienna Institute (JVI).