Euroüberweisung

Überweisungsgebühren

Mit den beleghaften oder elektronischen Formaten „Zahlungsanweisung“ und „EU-Standardüberweisung“ können Sie Euro-Zahlungen in jedes Land der EU zu den gleichen Kosten wie entsprechende Inlandsüberweisungen tätigen.

Grundlage dafür sind die Verordnungen (EG) Nr. 924/2009 und 260/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.9.2009 bzw. vom 14.3.2012 über grenzüberschreitende Zahlungen in der Gemeinschaft.

Voraussetzung dafür ist, dass die Zahlung bestimmte Kriterien erfüllt:

  • Überweisungswährung ausschließlich Euro
  • das Konto des Empfängers wird in einem EU-Land geführt
  • IBAN und BIC des Empfängers sind korrekt angegeben
  • Überweisungsgebühren werden zwischen Auftraggeber und Empfänger geteilt: Spesenoption „SHA“ (von „shared – geteilt): jeder zahlt die von seinem Zahlungsdienstleister erhobenen Spesen. Der Überweisungsbetrag darf nicht um etwaige Spesen gekürzt werden. Auftraggeber und Empfänger müssen daher – sofern keine Währungsumrechnung erfolgt – jeweils die von ihren Banken in Rechnung gestellten Gebühren zahlen.

Aufträge, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen (z. B. wenn die IBAN nicht richtig angegeben ist, usw.), verlieren den Status  einer kostengünstigen EU-Standardüberweisung (siehe z. B. Art. 4 Abs. 3 VO Nr. 924/2009) und können als herkömmliche Auslandsüberweisungen durchgeführt und entsprechend höher vergebührt werden!

Überweisungsfristen

Seit 1.1.2012 muss der Euro-Überweisungsbetrag gemäß dem Zahlungsdienstegesetz am nächst folgenden Geschäftstag bei der Bank des Empfängers einlangen. Für in Papierform ausgelöste Zahlungen (das sind nicht via Internet/nicht elektronisch erteilte Aufträge) verlängert sich diese Frist um einen weiteren Geschäftstag.

 Die Ausführungsfrist - in jeder beliebigen Betragshöhe - gilt

  • für Zahlungen innerhalb der EU in Euro sowie
  • für Zahlungen innerhalb eines EU-Mitgliedstaates außerhalb des Euroraumes oder eines EWR-Staates jeweils in der Währung des betreffenden Staates sowie
  • für sonstige Zahlungen innerhalb des EWR, sofern nur eine Währungsumrechnung zwischen Euro und der Währung eines EWR-Staates durchgeführt wird und – bei grenzüberschreitendem Zahlungsvorgang – die grenzüberschreitende Transaktion in Euro stattfindet.

Beispiele:

  • Zahlungen in Euro innerhalb Österreichs
  • Zahlungen in Euro zwischen Österreich und den anderen Euro-Ländern (Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Irland, usw.)
  • Zahlungen in Euro von Österreich nach Ungarn (EU-Land), wobei in Ungarn der Euro-Betrag in Ungarische Forint umgewechselt wird bzw. Zahlungen in Euro von Österreich nach Norwegen (EWR-Land, aber nicht EU-Mitglied), wobei in Norwegen der Euro-Betrag in Norwegische Kronen umgewechselt wird
  • Zahlungen innerhalb Ungarns in Ungarischen Forint bzw. innerhalb Norwegens in Norwegischen Kronen.

Was tun, wenn Gebührenverrechnung und Überweisungsfrist nicht eingehalten werden?

Ist die Zahlung gemäß den Richtlinien für eine EU-Standardüberweisung ausgefüllt, muss die Gebührenverrechnung eingehalten werden. Die Überweisungsfrist wird durch die oben beschriebenen Voraussetzungen festgelegt.

Benötigen Sie Informationen betreffend der Durchführung Ihrer Zahlung, ist Ihre kontoführende Bank die erste Anlaufstelle für Ihre Fragen. Ihre Bank ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen Auskunft über Abwicklung und Gebührenverrechnung Ihrer Zahlung zu geben.

Für den Fall, dass dies nicht zum gewünschten Erfolg führt, steht Ihnen auch die Schlichtungsstelle der Kreditwirtschaft als Klärungshilfe zur Verfügung.