Europäische Bankenunion erhöht die Stabilität der Banken und der Finanzmärkte

EU reagiert auf Finanzkrise

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Die ab dem Jahr 2007 von den USA ausgehende Finanzkrise hat auch eine Reihe von Schwächen des europäischen Bankensystems aufgedeckt. Die EU und das Eurosystem haben daraufhin eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, die die Finanz- und Bankenstabilität in Zukunft stärken werden. Aufgrund der im Lauf der Krise offenkundig gewordenen wechselseitigen Abhängigkeit der EU-Mitgliedstaaten forcierte die EU eine europäische Bankenunion, die der wichtigste europäische Integrationsfortschritt seit der Wirtschafts- und Währungsunion ist. Dadurch können Risiken früher erkannt werden und folglich werden sich daraus ergebende Krisen künftig weniger wahrscheinlich.

Drei Säulen der Bankenunion

  1. Der Einheitliche Aufsichtsmechanismus schafft mit der EZB als zentraler Aufsichtsbehörde über die größten, systemisch relevanten Banken eine einheitliche Aufsicht. Weniger bedeutende Banken werden direkt durch die nationalen Aufsichtsbehörden (in Österreich: OeNB und FMA) beaufsichtigt.
  2. Falls Banken trotz der verschärften Regulierung und Aufsicht in Probleme geraten, soll der Einheitliche Abwicklungsmechanismus eine geordnete Abwicklung ermöglichen und zwar mit geringstmöglicher Belastung der Steuerzahlerinnen und -zahler  und Minimierung der negativen Auswirkungen auf die Realwirtschaft.
  3. Ein Harmonisiertes Einlagensicherungssystem soll einen einheitlichen Schutz von Ersparnissen im Fall von Insolvenzen oder der Abwicklung von Banken sicherstellen. Dafür gibt es noch keine Umsetzung und es bleibt abzuwarten, ob es dafür eine politische Einigung in der EU gibt.

Zusätzlich wurde die makroprudenzielle Aufsicht ausgebaut, die vorausschauend Risiken für die Stabilität des österreichischen Finanzsystems erkennt und analysiert. Da die Finanzzyklen zwischen den EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich verlaufen, ist die makroprudenzielle Aufsicht nationale Zuständigkeit (in Österreich: das Finanzmarktstabilitätsgremium).