OeNB-Exportindikator

Lebhafte Exportaktivität zur Jahresmitte 2017

Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom August 2017

11.08.2017

Nach einem Rückgang im April um -2,0 % ist das Wachstum der nominellen Güterexporte im Mai – wie erwartet – wieder ins Plus gedreht. Die Zunahme um 20,1 % ist jedoch deutlich höher ausgefallen als von uns erwartet (13,5 %). Das Wachstum bleibt auch nach der Korrektur um zwei zusätzliche Arbeitstage im Vergleich zum Vorjahr sehr kräftig (15,0 % saison- und arbeitstägig bereinigt). Eine höhere Wachstumsrate wurde zuletzt in der Erholungsphase nach der Finanzkrise im Jahr 2011 verzeichnet. Insgesamt legten die Güterexporte in den ersten fünf Monaten des Jahres um knapp 10 % zu.

Die regionale Aufteilung der Exporte der ersten fünf Monate des Jahres 2017 zeigt, dass der Exportaufschwung regional breit gefächert ist. Neben den Exporten nach Frankreich, die – getrieben von einem Sondereffekt bei pharmazeutischen Erzeugnissen im Jänner – um 58 % zunahmen, stiegen die Exporte nach Russland (+31 %), in die Niederlande (+14 %) und nach Schweden (+13 %) besonders stark. Aber auch die Erholung in den CESEE-Ländern trug zu überdurchschnittlichen Wachstumsraten der österreichischen Exporte nach beispielsweise Tschechien (11 %) und Ungarn (+10 %) bei. Gedämpft wurde das gesamte Exportwachstum durch rückläufige Exporte in die Schweiz (-3,7 %), in die Türkei (-2,9 %) und nach Kroatien (-1,2 %).

Der Sondereffekt bei den pharmazeutischen Exporten nach Frankreich dominiert auch die Betrachtung nach Gütergruppen. Die Exporte von chemischen Erzeugnissen sind in den ersten fünf Monaten 2017 um 21 % gestiegen. Andere Gütergruppen zeigten in diesen Monaten preisbedingt eine starke Dynamik (Brennstoffe und Energie: +42 %, Rohstoffe: +11 %). Auch die Exportdynamik in den Bereichen Fahrzeuge (+10,8 %) und Maschinen (+6,1 %) war hoch.

Die aktuellen Ergebnisse des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators signalisieren eine anhaltend dynamische Exportkonjunktur für Juni und Juli 2017. Durchschnittlich wachsen die Güterexporte in den beiden Prognosemonaten um rund 7 %, saisonbereinigt sogar um über 8 %. Bedingt durch Arbeitstageffekte (der Juni hat zwei Arbeitstage weniger als der Vorjahresmonat) ergibt sich jedoch ein stark schwankendes Monatsprofil (Juni: +2,6 %; Juli: +10,9 %; nicht saison- und arbeitstägig bereinigt). Aufgrund des unerwartet hohen Mai-Wachstums besteht die Gefahr eines Rückpralleffektes und damit ein Abwärtsrisiko für die vorliegende technische Prognose.

Für die kommenden Monate signalisiert die Einschätzung der Exportauftragseingänge durch die Unternehmen eine Stabilisierung des Exportwachstums auf dem gegenwärtig hohen Niveau.

 Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom August 2017  
  LKW-Fahrleistung Güterexporte nominell LKW-Fahrleistung Güterexporte nominell
  Veränderung zum Vorjahr in %
  Nicht bereinigt Saison- und arbeitstägig bereinigt
 
2017M01 7,5 19,0 3,1 12,3
2017M02 -1,2 3,2 -0,5 3,9
2017M03 9,3 9,9 4,9 6,2
2017M04 -5,3 -2,0 1,9 6,0
2017M05 11,2 20,1 6,7 15,0
2017M06 -1,4 2,6 0,3 5,9
2017M07 4,5 10,9 4,7 11,0
 
2016Q3 4,0 -2,5 4,7 -2,0
2016Q4 3,7 -1,8 5,3 -0,6
2017Q1 5,2 10,3 2,4 7,4
2017Q2 1,3 6,5 2,9 8,9
 
2015 2,1 2,7 2,0 2,6
2016 4,8 -0,3 5,2 0,0