OeNB-Exportindikator

Ungebrochene Exportdynamik zu Jahresbeginn

Ergebnisse des OeNB-Exportindikators vom Februar 2018

13.02.2018

Zum Jahresende 2017 hat sich die österreichische Exportwirtschaft sehr positiv entwickelt. Im November wurden gemäß aktuellen Zahlen von Statistik Austria nominell um 10,6 % mehr Güter im Ausland abgesetzt als im Vorjahresmonat und damit etwas mehr als im Rahmen der letzten Veröffentlichung des OeNB-Exportindikators erwartet wurde (+9,2 %). In Summe ergibt sich für die ersten elf Monate des Jahres 2017 ein Plus von 8,6 %.

Die regionale Aufteilung der Exporte zeigt, dass der Exportaufschwung regional breit gefächert ist. In den ersten elf Monaten des Jahres 2017 sind die Exporte in den Euroraum und in die CESEE-Länder mit jeweils 10 % überdurchschnittlich gestiegen. Dabei profitierten die Euroraumexporte – getrieben von einem Sondereffekt bei Ausfuhren von pharmazeutischen Erzeugnissen im Jänner und Oktober – von außergewöhnlich hohen Zuwächsen im Handel mit Frankreich (+40 %), während sich die Exporte nach Deutschland leicht unterdurchschnittlich (+7 %) entwickelten. Kräftige Zuwächse wurden auch im Handel mit Russland verzeichnet (+16 %). Gedämpft wurde das gesamte Exportwachstum durch rückläufige Exporte in das Vereinigte Königreich (-5 %) und in die Schweiz (‑3 %).

Eine Betrachtung nach Gütergruppen zeigt, dass die Exporte von Brennstoffen und Energie preisbedingt die stärkste Dynamik aufwiesen (29 %). Die Exporte von chemischen Erzeugnissen sind in den ersten elf Monaten 2017 um 14 % gestiegen, Fahrzeuge um 11 % und bearbeitete Waren um 10 %. Exporte von Maschinen gewannen in der zweiten Jahreshälfte an Dynamik. Aufgrund des noch verhaltenen Wachstums in der ersten Jahreshälfte war ihr Wachstum in den ersten elf Monaten 2017 jedoch unterdurchschnittlich (+6 %).

Die aktuellen Ergebnisse des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators signalisieren für die Monate Dezember 2017 und Jänner 2018 ein Wachstum der nominellen Güterexporte von 5,7 % bzw. 5,3 %. Diese deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Monate gelegenen Wachstumsraten signalisieren jedoch keinesfalls eine abnehmende Exportdynamik. Das schwächere Wachstum im Dezember 2017 ist auf zwei Arbeitstage weniger als im Vorjahresmonat zurückzuführen. Im Jänner 2018 dämpfte ein Basiseffekt in Zusammenhang mit der einmaligen Ausfuhrspitze bei pharmazeutischen Erzeugnissen nach Frankreich im Jänner 2017 die Wachstumsrate. Bereinigt um diese Effekte pendelte das Wachstum in den zwei Prognosemonaten weiterhin um 10 %.

Die aktuellen Umfragen lassen optimistisch in die nahe Zukunft blicken. Die Einschätzungen zu den Exportauftragseingängen liegen nahe ihrer historischen Höchststände. Der leichte Rückgang im Jänner ist kein Signal für einen möglichen Wendepunkt in der Exportkonjunktur. Wir erwarten vielmehr eine Fortsetzung des starken Exportwachstums im ersten Quartal 2018.

 

 Ergebnisse des OeNB−Exportindikators vom Februar 2018  
  LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell LKW−Fahrleistung Güterexporte nominell
 
  Nicht bereinigt Saison- und arbeitstägig bereinigt
 
2017M07 4,5 8,4 4,7 8,3
2017M08 2,3 8,8 2,3 7,9
2017M09 1,0 4,5 4,5 8,1
2017M10 7,6 14,9 4,4 11,9
2017M11 5,2 10,6 5,3 11,1
2017M12 1,2 5,7 5,1 9,9
2018M01 13,0 5,3 9,2 2,3
 
2017Q1 5,2 10,3 2,3 7,4
2017Q2 1,3 5,7 3,0 7,5
2017Q3 2,6 7,1 3,8 8,1
2017Q4 4,9 10,5 4,9 10,9
 
2016 4,8 -0,3 5,1 -0,1
2017 3,4 8,4 3,5 8,5