Kreuzer – „Zwanziger“, Meran (Meinhard I. – III.)
Vierer, o. J., Hall
Kreuzer – „Etschkreuzer“, Hall, Sigmund (1446 bis 1490)
Mit dem Wachstum von Handel und Wirtschaft im Hochmittelalter war das Bedürfnis nach höheren Nominalen gestiegen. Größere Transaktionen, für die der Pfennig unzureichend war, wurden durch das „Zuwägen“ von Pfennigen oder in Barrensilber abgewickelt. Ein Beispiel dafür gibt die Reiserechnung Bischof Wolfgers von Passau 1202/03, der Rohsilber mit sich führte, das er bei Bedarf in ortsübliche Münzen umwechselte.
Größere Münzeinheiten gab es in Tirol, wo Graf Meinhard II. spätestens ab 1274 in der Münzstätte Meran einen Mehrfachpfennig ausprägen ließ, zuerst den so genannten Adlergroschen, dann den Kreuzer, dessen Name sich von den beiden gegeneinander versetzten Kreuzen auf der Vorderseite herleitete. Der Etschtaler Kreuzer (als „Netsch“ ein heute noch gängiger umgangssprachlicher Ausdruck für Geld), seinem Gegenwert von 20 Veroneser Denaren nach auch als „Zwanziger“ bezeichnet, wurde zum Vorbild für zahlreiche italienische und deutsche Prägungen.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die in den österreichischen Erbländern übliche Pfennigrechnung nach und nach durch den Tiroler Kreuzer verdrängt, wobei sich ein Verhältnis von einem Kreuzer zu vier Wiener Pfennigen herausbildete. Die Bewertung des Rheinischen Goldgulden zu 60 Kreuzern oder 240 Pfennigen schuf schließlich die Grundlage für eine - parallel zur Habsburger Reichsbildung verlaufende - Vereinheitlichung des Münzwesens. Ab 1510 waren Pfennig und Kreuzer zu einem Währungssystem vereinigt.
Die österreichischen Erbländer blieben - im Unterschied zu Tirol - bei der Pfennigprägung. Bei der Bezahlung größerer Summen behalfen sie sich mit dem Prager Groschen, einem Silbergroßnominale, das neben dem Tiroler Kreuzer zu Beginn des 14. Jahrhunderts weit verbreitet war. Die Grundlage für die Prägung dieser, nach dem Vorbild des französischen Tournois (im Wert von etwa zwölf Denaren) gestalteten Münze bildeten die reichen Silbervorkommen von Kutna Hora (Kuttenberg). Der Prager Groschen entsprach 1326 etwa sieben Wiener Pfennigen.
Versuche Friedrichs III. (1452 bis 1493), nach der Bewältigung der Schinderlingskrise eigene mittlere Silbermünzen zu etablieren und mit der Wiederaufnahme der Goldprägung ein differenziertes Nominalsystem mit höheren Münzwerten zu schaffen, scheiterten. Gegen die übermächtige Konkurrenz der ausländischen Münzen konnten sich die in ihrer Qualität mangelhaften österreichischen Prägungen nicht behaupten.
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Prager Groschen, Kuttenberg, Johann von Luxemburg (1310 bis 1346)
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Darstellung des Lebens der Bergleute von Kuttenberg, Kuttenberger Kantonial, 1492 (ÖNB, Cod. 15.501)
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Detail – Darstellung des Lebens der Bergleute von Kuttenberg, Kuttenberger Kantonial, 1492 (ÖNB, Cod. 15.501)
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Detail – Darstellung des Lebens der Bergleute von Kuttenberg, Kuttenberger Kantonial, 1492 (ÖNB, Cod. 15.501)
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Detail – Darstellung des Lebens der Bergleute von Kuttenberg, Kuttenberger Kantonial, 1492 (ÖNB, Cod. 15.501)
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Detail – Darstellung des Lebens der Bergleute von Kuttenberg, Kuttenberger Kantonial, 1492 (ÖNB, Cod. 15.501)
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Detail – Darstellung des Lebens der Bergleute von Kuttenberg, Kuttenberger Kantonial, 1492 (ÖNB, Cod. 15.501)
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Detail – Darstellung des Lebens der Bergleute von Kuttenberg, Kuttenberger Kantonial, 1492 (ÖNB, Cod. 15.501)
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Ungarischer Goldgulden,
Matthias Corvinus (1458 bis 1490)
Goldgulden Judenburg,
Albrecht III. (1356 bis 1395)
Im 14. und 15. Jahrhundert erhielten neben den größeren Silbernominalen Goldmünzen eine wachsende Bedeutung. Als Münzmetall jahrhundertelang nahezu völlig verdrängt, war Gold -- bedingt durch den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung und den durch die Kreuzzüge neu belebten Orienthandel -- in Europa ab Mitte des 13. Jahrhundert wieder verstärkt als Zahlungsmittel herangezogen worden. Die ersten Prägungen entstanden in den großen italienischen Handelsstädten Florenz, Genua und Venedig. Von den zahlreichen Nachahmungen des Florentiner Goldguldens und des venezianischen Dukaten waren in Österreich vor allem ungarische Dukaten und rheinische Gulden als Handelsmünzen im Umlauf.
Die ersten österreichischen Guldenprägungen fanden im Auftrag der Herzöge Albrecht II. (1330 bis 1358), Rudolf IV. (1358 bis 1365) und Albrecht III. (1365 bis 1395) in der Münzstätte Judenburg statt. Judenburg hatte zu dieser Zeit eine führende Stellung im Handel mit Italien inne und daher ein entsprechendes Interesse an der Prägung eines eigenen Gulden. Die Judenburger Münzmeister konnten dabei auf heimisches Gold aus den Hohen Tauern zurückgreifen. Auch die Salzburger Erzbischöfe prägten Ende des 14. Jahrhunderts Goldmünzen. Geldwirtschaftlich blieben diese Prägungen von untergeordneter Bedeutung. Selbst 100 Jahre später, als Friedrich III. Goldmünzen nach dem Vorbild ungarischer Dukaten und rheinischer Gulden schlagen ließ und auch der Tiroler Erzherzog Sigmund eigene Goldguldenprägungen vornahm, gelang es nicht, sich gegen die Konkurrenz ausländischer Goldmünzen durchzusetzen.
Dennoch war mit der Wiederaufnahme der Goldprägung ein wichtiger Schritt zur weiteren Ausbildung des österreichischen Münzwesens getan. Der entscheidende Impuls ging von Tirol aus, wo unter Erzherzog Sigmund (1446 bis 1490) ein neues Münzsystem eingeführt und mit einer Großsilbermünze, dem späteren Taler, die Grundlage für das neuzeitliche Geldwesen geschaffen wurde.