Entscheidend sind die Funktionen des Geldes, unabhängig davon, in welcher Form sie sich darstellen. Geld dient 1. als Mittel zum Tausch, als solches ist es 2. Maßstab für den Wert eines Gutes und es ermöglicht 3. Werte über längere Zeit aufzubewahren. Geld ist Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel. Jedes Gut kann Geld sein, sobald es durch Gewohnheit oder soziale Übereinkunft und positive Erfahrung als solches akzeptiert wird. Die Voraussetzung dafür ist das Vertrauen in seinen Wert und seine Stabilität.
Formen und Funktionen des Geldes
Funktionen des Geldes
Warengeld
Rinder und Kleinvieh, Muscheln, Perlen, Walzähne, Federn, Geräte, Schmuck, Steine, Salz, Getreide, Dörrfisch, Kakaobohnen, Tee, Zucker, Baumwollstoffe, Pelze, Tabak, Metalle, Papier … fast jede Ware konnte Geldfunktionen erfüllen. Die Erscheinungsformen haben sich mit den zeitlichen und örtlichen Verhältnissen geändert. Selbst in hoch entwickelten Geldwirtschaften treten in Krisenzeiten immer wieder so genannte Geldsurrogate in Erscheinung, wie unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, als Zigaretten, Kaffee und andere begehrte Güter als Zahlungsmittel akzeptiert wurden.
Aus welchem Material das Geld ist, scheint für seine Funktion unerheblich zu sein. Nur beim Warengeld steht der Tauschwert in einem direkten Bezug zur materiellen Substanz. Ob dazu auch die ersten, im 7. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien geprägten Münzen aus Elektrum zählten, ist bis heute ungeklärt. Die Stücke waren an ein System genormter Gewichte gebunden und mit Stempeln – meist figurative Darstellungen von Tieren – versehen. Es ist aber nicht sicher, dass sich die Wertangaben entsprechend deutlich vermittelten und die Münzen nicht doch wie Metallbarren, nach Gewicht, gehandelt wurden. Nach Auffassung John Maynard Keynes war die Prägung in diesem Fall „nichts weiter als verwegene Eitelkeit, Nationalstolz oder Reklame, ohne weiterreichende Bedeutung“ und diente bestenfalls als Zeichen für die Feinheit des Metalls.
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Kaurischnecken.
Wurden bereits um 2000 v. Chr. im ägyptischen Raum als Zahlungsmittel verwendet. -

Teeziegel, 19. Jh., China/Mongolei
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Messermünze, China,
Chou-Dynastie (1122 bis 255 v. Chr.)
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Kanugeld, 18./19. Jh., Laos
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Bronzemanilla, Afrika, 19. Jh.
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Tigerzungengeld, Siam, 19. Jh.
Münzen, Papiergeld und elektronisches Geld
Eine folgenreiche Veränderung ergab sich jedoch mit der Entwicklung von Münzen, die nach ihrem Nominalwert akzeptiert wurden. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass dieser Wert, den die Aufschrift des Herrschers verbürgte, nicht immer mit dem Realwert der Münze übereinstimmte, der ihrem Gewicht und der Feinheit des Metalls entsprach. Zwischen der „intellektuellen Währung“ und der „materiellen Währung“, wie der Literaturwissenschafter Marc Shell dies nennt, bestand ein Unterschied. Noch deutlicher trat die Differenz zwischen materieller Substanz und Geldwert beim Papiergeld zu Tage. Sein Nominalwert ließ sich nur mehr in sehr abstrakter Weise mit dem Stoff des Geldes verbinden. Beim elektronischen Geld ist der Bezug zur materiellen Substanz gänzlich aufgehoben – es bleibt nur das Zeichen.