Volkswirtschaftliche Analysen


Die volkswirtschaftlichen Analysen der OeNB bilden das Fundament für die geldpolitischen Positionen der Oesterreichischen Nationalbank im Eurosystem. Im Zentrum der Analysen stehen die Einschätzung der ökonomischen Entwicklung des gesamten Euroraums und der für diesen relevanten Rahmenbedingungen. Besonderes Augenmerk wird dabei der österreichischen Situation gewidmet.

 

Die Eigenständigkeit der Forschung in den einzelnen Zentralbanken ist ein wesentlicher Bestandteil der intellektuellen Auseinandersetzung zur Fundierung der Geldpolitik. Ziel der OeNB ist es weiters, im Forschungswettbewerb der Zentralbanken eine Spitzenposition einzunehmen. Die Schwerpunkte ihrer Forschungsaktivitäten liegen dabei auf geld- und fiskalpolitischen Fragestellungen im weitesten Sinn, der Transmission monetärer Impulse, den Wechselkurs- und Devisenmarktentwicklungen, den Implikationen elektronischer Geldformen, der Sicherung der Finanzmarktstabilität, Fragen der Lohnbildungsprozesse in der Währungsunion, Wettbewerbs- und Standortanalysen sowie laufenden Untersuchungen zur Konvergenz/Divergenz ökonomischer Entwicklungen, insbesondere auch bezüglich der Beitritts­kandidaten­länder zur EU.

 

Die erstmalige Veröffentlichung einer makroökonomischen Projektion für den Euroraum durch die EZB im Dezember 2000 rückte diesen Bereich verstärkt in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Die OeNB liefert dazu in den entsprechenden Arbeitsgruppen im Rahmen der Broad Forecasting Exercise (BFE, umfassende Konjunkturprognose) und der Narrow Forecasting Exercise (NFE, kurzfristige Inflationsprognose) ihre Beiträge und veröffentlicht halbjährlich Wirtschaftsprognosen über Österreich. Ökonometrische Arbeiten und Modellbau stellen einen weiteren Schwerpunkt in den Tätigkeiten des volkswirtschaftlichen Bereichs der OeNB dar. Darüber hinaus werden in den Komitees und Arbeitsgruppen des Eurosystems monatlich wichtige ökonomische Spezialfragen analysiert und diskutiert.

 

Die OeNB bringt auf Grund ihrer geografischen Lage und der historisch gewachsenen Kontakte sowohl auf innerösterreichischer als auch auf internationaler Ebene besonderes und allgemein anerkanntes Wissen betreffend die mittel- und osteuropäischen Länder ein. Die Analyse der Prozesse der Integration der mittel- und osteuropäischen Länder in die EU und in die WWU, die fachliche Kooperation, vor allem mit den Zentralbanken dieser Länder, sowie die Unterstützung von Ausbildungsmaßnahmen sind besondere Anliegen der OeNB. In diesem Zusammenhang unterstützt die OeNB das Joint Vienna Institute (JVI) – ein internationales Ausbildungsinstitut speziell für Beamte und Finanzexperten aus Reformländern – durch maßgebliche finanzielle Beiträge sowie durch die Entsendung von Vortragenden.