Ertragslage der vollkonsolidierten Auslandstochterbanken im Jahr 2009

Ertragslage der vollkonsolidierten Auslandstochterbanken im Jahr 2009 (Statistiken Q2/10)

Wien, 30.4.2010 (Mag. Attila Hucker)

Methodik und Ergebnisse der Analyse

Der Gegenstand der vorliegenden Analyse ist die Ertragslage der Auslandstochterbanken der in Österreich meldepflichtigen Bankkonzerne. Die Anzahl der meldepflichtigen Auslandstochterbanken wird auf Basis von § 12 der Vermögens-, Erfolgs- und Risikoausweis-Verordnung (VERA-V) festgelegt. Die Daten werden nach beiden Rechnungslegungsarten (IFRS und UGB/BWG) zusammengeführt dargestellt. Bei der Zusammenführung der Meldedaten nach IFRS und UGB/BWG wurde eine Struktur gewählt, die auf die unterschiedlichen zugrundeliegenden Bilanzierungsvorschriften optimal Rücksicht nimmt.



Anzahl der Auslandstochterbanken

Zum 31. Dezember 2009 meldeten Österreichs übergeordnete Kreditinstitute 87 vollkonsolidierte Kreditinstitute im Ausland (unverändert gegenüber Dezember 2008). Davon bilanzierten 73 nach § 59a BWG (International Financial Reporting Standards) und 14 nach § 59 BWG (UGB/BWG). Zum Jahresultimo 2009 war Ungarn mit 8 vollkonsolidierten Auslandstochterbanken pro Land mengenmäßig am stärksten vertreten. 68 der 87 vollkonsolidierten Auslandstochterbanken (78,2 %) sind in Zentral-, Ost- und Südosteuropa sowie in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (CESEE & CIS) ansässig.



Leichte Steigerung der Betriebserträge

Die Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) der meldepflichtigen Auslandstochterbanken betrugen im Jahr 2009 14,48 Mrd EUR und lagen um 0,20 Mrd EUR bzw. 1,4% über dem Wert des Jahres 2008. Das Zinsergebnis der in Österreich meldepflichtigen Auslandstochterbanken betrug im Jahr 2009 9,03 Mrd EUR. Dies entsprach einem leichten Rückgang um 0,52 Mrd EUR bzw. 5,4%. Davon entfielen 8,70 Mrd EUR bzw. 96,3% auf die Auslandstochterbanken aus der Region CESEE & CIS. Das Provisionsgeschäft der Auslandstochterbanken ging 2009 um 0,52 Mrd EUR bzw. 14,8% auf 3,00 Mrd EUR zurück. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die rückläufigen Provisionserträge aus dem Kredit- und Wertpapiergeschäft und auf die Fremdwährungsbewertung zurückzuführen. 2,92 Mrd EUR bzw. 97,1% des Provisionsergebnisses haben Auslandstochterbanken aus dem geografischen Raum CESEE & CIS realisiert. Beim Handelsergebnis – haben die meldepflichtigen Auslandstochterbanken einen aggregierten Handelsgewinn ausgewiesen, somit konnte im Vorjahresvergleich ein massiver Zuwachs um 1,34 Mrd EUR auf 1,30 Mrd EUR beobachtet werden.



Handelsergebnis stützte das Betriebsergebnis

Durch die Zunahme der Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) und bei gleichzeitig sinkenden Betriebsaufwendungen konnten die Auslandstochterbanken ein wachsendes Betriebsergebnis (ohne Risikovorsorgen) realisieren. Dieses lag um 0,80 Mrd EUR bzw. 11,2% über jenem der Vergleichsperiode 2008 und betrug im aktuellen Berichtszeitraum 7,92 Mrd EUR. Die Verteilung der anteiligen Ergebnisse am Betriebsergebnis der Auslandstochterbanken aus den Ländern des geografischen Gebiets CESEE & CIS entwickelte sich analog zu den Betriebserträgen. Korrespondierend zum Ergebnisanteil am Zinsergebnis sowie am Provisionsergebnis kann der Großteil des Betriebsergebnisses (7,00 Mrd EUR bzw. 88,3%) den vollkonsolidierten Auslandstochterbanken aus den Ländern des Segments CESEE & CIS zugerechnet werden.



Periodenergebnis litt unter Risikovorsorgen

Im Jahr 2009 erwirtschafteten die meldepflichtigen Auslandstochterbanken ein Periodenergebnis nach Steuern
und Minderheitenanteilen in Höhe von 2,28 Mrd EUR. Dieses Ergebnis war um 1,50 Mrd EUR bzw. 39,8% niedriger als der Vergleichswert im Jahr 2008. 78,4% (1,79 Mrd EUR) davon haben Auslandstochterbanken im Segment CESEE & CIS am Gesamtperiodenergebnis erwirtschaftet. Als maßgeblicher Grund für den starken, anteilsmäßigen Rückgang des Periodenergebnisses können die höheren Risikovorsorgen im Kreditgeschäft der Auslandstochterbanken im Segment CESEE & CIS genannt werden. Obwohl die Auslandstochterbanken zum Meldestichtag ein zweistelliges, relatives Wachstum im Betriebsergebnis (ohne Risikovorsorgen) erreicht haben, fiel das Periodenergebnis im Verhältnis zum Jahr 2008 rückläufig aus. Stützend für diese Entwicklung war die kräftige Zunahme des Handelsergebnisses aus dem Eigenhandel. Dagegen machten sich das Zinsergebnis, das Provisionsergebnis, die realisierten Verluste aus Wertpapierabschreibungen und vor allem die Risikovorsorgen im Kreditgeschäft bemerkbar. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Periodenergebnis der Auslandstochterbanken im Kalenderjahr 2009 von den massiv steigenden Risikovorsorgen im Kreditgeschäft determiniert war.