- Geringeres Leistungsbilanzdefizit als im Vergleichszeitraum 2000
- Direktinvestitionen weiterhin lebhaft
- Grenzüberschreitende Wertpapierkäufe liegen deutlich unter den Vergleichswerten 2000
Die österreichische Leistungsbilanz auf Transaktionsbasis zeigte in den ersten drei Quartalen 2001 mit –3,37 Mrd Euro ein um 0,88 Mrd Euro geringeres Defizit als im Vergleichszeitraum 2000. Den wesentlichsten Beitrag zur Verringerung des Defizits lieferte die Teilbilanz Güter und Dienstleistungen, deren Ergebnis nach derzeitigen Berechnungen von –1,08 Mrd Euro (1. bis 3. Quartal 2000) auf +0,08 Mrd Euro drehte.
Das positive Ergebnis der Güter- und Dienstleistungsbilanz resultierte aus – im Durchschnitt – schwächeren Import- als Exportzuwachsraten, wobei sich die im ersten Quartal 2001 beobachtete starke Expansion der Exporte und Importe nachfolgend deutlich abschwächte. Der Saldo des Reiseverkehrs, die bedeutendste Einzelkomponente der Dienstleistungen, stagnierte auf dem Vorjahresniveau (1,53 Mrd Euro); dem Anstieg der Reiseverkehrseinnahmen um 9% stand ein stärkerer Anstieg der Reiseverkehrsausgaben um 11% gegenüber.
Das Ergebnis der Teilbilanz Einkommen war demgegenüber deutlich schlechter als im Vergleichszeitraum 2000 (–2,35 Mrd Euro gegenüber –1,89 Mrd Euro). Beim Vermögenseinkommen aus Direktinvestitionen zeigte sich mit –0,89 Mrd Euro ein etwa gleich hoher negativer Saldo wie im Vergleichszeitraum 2000; die Einkommensposition aus Portfolioinvestitionen ergab netto mit –2,59 Mrd Euro ein höheres Defizit als in der Vergleichsperiode, nur das Nettoeinkommen aus sonstigen Investitionen war mit 0,74 Mrd Euro im Vorjahresvergleich günstiger.
Die laufenden Transfers ergaben mit –1,10 Mrd Euro ein um 0,18 Mrd Euro niedrigeres Defizit als im Vergleichszeitraum 2000, erklärbar durch geringere Nettoabflüsse aus öffentlichen Transfers.
Die Vermögensübertragungen zeigten wie in den ersten drei Quartalen 2000 einen Nettowert in Höhe von –0,29 Mrd Euro.
Der gesamte Nettozufluss nach Österreich, der sich aus allen Transaktionen der Kapitalbilanz errechnete, ergab sich im Berichtszeitraum aus Nettokapitalimporten im Bereich der Direktinvestitionen, der Portfolioinvestitionen sowie der Finanzderivate und aus Nettokapitalexporten im Bereich der sonstigen Investitionen; die offiziellen Währungsreserven nahmen transaktionsbedingt um 2,03 Mrd. Euro ab.
Die österreichischen Direktinvestitionen im Ausland beliefen sich in den ersten drei Quartalen 2001 auf brutto 4,16 Mrd Euro, das war das dritthöchste jemals erzielte Periodenergebnis; dem standen Desinvestitionen in Höhe von rd. 2 Mrd Euro gegenüber. Auch die Direktinvestitionen des Auslands in Österreich waren mit netto 2,92 Mrd Euro weiterhin lebhaft und lagen nur wenig unter dem hohen Niveau der Vergleichsperiode 2000.
Die Transaktionen der Teilbilanz Portfolioinvestitionen waren sowohl auf der Forderungs- als auch auf der Verpflichtungsseite deutlich niedriger als im Vergleichszeitraum 2000, ein Trend, der bereits seit Jahresmitte 2001 zu beobachten war. Der Erwerb von ausländischen Wertpapieren durch österreichische Anleger belief sich im Berichtszeitraum auf 16,92 Mrd Euro, die Nettokäufe des Auslands betrugen 17,22 Mrd Euro (Vergleichszeitraum 2000: 23,07 Mrd Euro bzw. 29,05 Mrd Euro). Auf beiden Seiten der Bilanz blieben sowohl die Nettokäufe von Anteilspapieren wie von festverzinslichen Titeln hinter den Vergleichswerten 2000 zurück.
Die sonstigen Investitionen ergaben im Berichtszeitraum einen Nettokapitalexport in Höhe von 2,36 Mrd Euro (–3,84 Mrd Euro in der Vergleichsperiode 2000), wobei die Transaktionen des Bankensystems (OeNB und Banken) das Ergebnis bestimmten.
Eine ausführliche Beschreibung der Entwicklung der österreichischen Zahlungsbilanz in den ersten drei Quartalen 2001 finden Sie hier sowie in „Berichte und Studien 1/2002“.