Presseaussendungen


Positive Ertragsentwicklung der Kreditinstitute setzt sich fort

Ertragslage der in Österreich tätigen Kreditinstitute im ersten Halbjahr 2004

1. 9. 2004


Die bereits im 1. Quartal beobachtete positive Ertragsentwicklung der österreichischen Kreditinstitute setzte sich auch im 2. Quartal 2004 fort. Das Betriebsergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003 deutlich und zwar um 13,9%. Insbesondere die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen konnten stark gesteigert werden. Hierbei handelt es sich über­wiegend um Beteiligungserträge von Kreditinstitutstöchtern in Osteuropa. Deutliche Anstiege konnten auch im Bereich der Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft erzielt werden. Weiters konnte ein sichtbarer Rückgang des Personalaufwandes beobachtet werden. Daraus resultierend verbesserte sich die cost-income-ratio signifikant auf 65,9%. Der für das gesamte Geschäftsjahr 2004 erwartete Jahresüberschuss beträgt 2,82 Mrd EUR und liegt damit um beachtliche 58,6% über dem vergleichbaren Wert 2003.

Im 1. Halbjahr 2004 belief sich das Betriebsergebnis  der in Österreich tätigen Kreditin­stitute auf 2,42 Mrd EUR und lag mit 13,9% oder +0,29 Mrd EUR deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode 2003. Die Betriebserträge konnten dabei um 3,6 % ausgeweitet werden, bei den Betriebsaufwendungen gelang eine Senkung um 1,0%. Die cost-income-ratio  verbesserte sich damit in den ersten 2 Quartalen 2004 um 3,1%-Punkte klar und betrug Ende Juni 2004 65,9%. 

Der Nettozinsertrag  belief sich zum Berichtszeitpunkt auf 3,53 Mrd EUR und lag mit 0,9% über dem Wert der Vergleichsperiode 2003. Im 1. Halbjahr 2004 betrug der Total Spread 2) 1,22% und reduzierte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres geringfügig (1. Halbjahr 2003: 1,28%). 

Die Erträge aus dem Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft  beliefen sich in den ersten 6 Monaten des Jahres 2004 auf rund 1 Mrd EUR und konnten damit gegenüber der Vergleichsperiode 2003 um 22 % oder 0,18 Mrd EUR ausgeweitet werden. Dies ist in erster Linie auf die Erhöhung der Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen zurückzuführen. Eine tiefere Analyse zeigt, dass insbesondere die Erträge aus Anteilen an ausländischen verbundenen Unternehmen (+94,7% oder +0,10 Mrd EUR) signifikant anstiegen. Es handelte sich hierbei um Ausschüttungen von Kreditinstitutstöchtern aus Ost­europa, welche die Ertragslage der in Österreich tätigen Einzelkreditinstitute entscheidend verbessert haben. Rund ein Drittel der Steigerung des Betriebsergebnisses im ersten Halbjahr 2004 lässt sich damit begründen. 

Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft  betrug 1,67 Mrd EUR und lag mit 7,6% klar über dem Vorjahresvergleichswert. Insbesondere die Provisionserträge aus dem Wert­papiergeschäft konnten deutlich gesteigert werden. Weiters konnten Anstiege im Bereich der Provisionserträge aus dem Kreditgeschäft, dem Dienstleistungsgeschäft und dem Zahlungsverkehr erzielt werden. Im Bereich der Provisionserträge aus dem Devisen-, Sorten- u. Edelmetallgeschäft waren hingegen Einbußen zu beobachten. 

Der positive Saldo aus dem Finanzgeschäft  belief sich auf 0,31 Mrd EUR und verringerte sich gegenüber dem 1. Halbjahr 2003 um 19,3% relativ stark. Dies ist auf den deutlichen Rückgang des Saldos aus Geschäften in Wertpapieren, die nicht wie Finanz­anlagen bewertet werden und Teil des Handelsbestandes sind, zurückzuführen. Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund außerordentlich hoher Erträge im 1. Halbjahr 2003 zu sehen. 

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen  sanken im 1. Halbjahr 2004 um 1,3%. Dies ist auf einen merkbar geringeren Personalaufwand  zurückzuführen. Er betrug 
2,38 Mrd EUR und reduzierte sich um 2,3%. Die sonstigen Verwaltungsaufwendungen (Sach­aufwand)  blieben mit einem Stand von 1,51 Mrd EUR gegenüber der Vergleichs­periode des Vorjahres nahezu unverändert. 

Die in Österreich tätigen Kreditinstitute erwarten für das gesamte Geschäftsjahr 2004  ein unkonsolidiertes Betriebsergebnis  von 4,51 Mrd EUR, welches um 14,7% über dem erwarteten Wert der Vergleichsperiode 2003 liegt. Der Wert­berichtigungs­bedarf im Kreditbereich  wird mit 1,73 Mrd EUR angesetzt, dieser Wert liegt um 1,4% über dem Schätzwert des Vorjahres. Er resultiert zum überwiegenden Teil aus den Wertberichtigungen zu Forderungen an Kunden. Für das Jahr 2004 wird mit einem ertrags­wirksamen Saldo aus Wertberichtigungen auf Wertpapiere und Beteiligungen  in der Höhe von 0,58 Mrd EUR gerechnet. Im Vergleichsquartal des Vorjahrs wurde in diesem Bereich noch ein deutlich geringerer Ergebnisbeitrag erwartet. Diese positive Entwicklung ist auf den Anstieg der erwarteten Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen für Aktivposten 5 bis 8 der Bilanz (Wertpapiere, Aktien, Beteiligungen und Anteile an ver­bundenen Unternehmen) zurückzuführen.

Nach Berücksichtigung der Risikokosten und Bewertungsmaßnahmen ergibt sich ein erwartetes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit  auf unkonsolidierter Basis von 3,35 Mrd EUR. Berücksichtigt man weiters die Vorausschauwerte für die Posten a.o. Aufwand (0,09 Mrd EUR) und Steuern (0,45 Mrd EUR), so errechnet sich für die in Österreich tätigen Kreditinstitute für das gesamte Jahr 2004 ein erwarteter unkonsolidierter Jahresüberschuss von 2,82 Mrd EUR, welcher mit einem Plus von 58,6% markant über dem entsprechenden Vergleichwert des Vorjahres (1,78 Mrd EUR) liegt. 


1) Der vorliegende Bericht basiert auf Daten der Quartalsberichtsmeldung gem. § 74 Abs. 2 BWG sowie der QUAB-Verordnung zum 1. Halbjahr 2004. In dieser Meldung werden die Ertragsdaten auf unkonsolidierter Basis erfasst.
2) Im Rahmen der Total Spread Berechnung werden sämtliche verzinste Aktiva mit den verzinsten Passiva verglichen. Es ist darauf hinzuweisen, dass bei dieser Methode die unterschiedlichen Laufzeitstrukturen auf der Aktiv- und Passivseite keine Berücksichtigung finden.


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