Presseaussendungen


OeNB und BMI präsentieren Euro-Fälschungsstatistik für das 1. Halbjahr 2004

Wien, 22. 7. 2004


Im Zuge der Bekanntmachung d er europaweiten Euro- Fälschungsstatistik durch die EZB präsentieren die OeNB und das BMI heute die Fälschungszahlen für Österreich. Dabei haben sich die Erwartungen und Prognosen beider Institutionen erfüllt. Nach einer sehr geringen Zahl an Euro Bargeldfälschungen direkt nach der Euroeinführung 2002, stieg 2003 die Zahl der Fälschungen in Österreich und ganz Europa wie erwartet an. Im 1. Halbjahr 2004 gingen europaweit die Fälschungszahlen leicht auf 307.229 zurück. In diesem Zeitraum wurden in Österreich insgesamt 5.673 Fälschungen aus dem Umlauf sichergestellt. Die am häufigsten gefälschte Banknote bleibt mit 41,3 % der EUR 50.


Der Anteil der in Österreich aufgetretenen Euro-Fälschungen lag somit im 1.Halbjahr 2004 bei 1,8 %. Vergleicht man den Anteil der in Österreich sichergestellten Fälschungen mit dem Anteil den Österreich an der Gesamtbevölkerung (2,7 %) sowie an der Wirtschaftsleistung (BIP-Anteil 3,1 %) des Euroraumes hat, sieht man, dass in Österreich relativ wenige Fälschungen auftreten.

Allerdings ist weiterhin ein deutliches regionales Gefälle zu bemerken. So traten im 1.Halbjahr 2004 rund 40 % aller Fälschungen in Wien auf. Im Gegensatz dazu wurden in den Bundesländern Burgenland, Kärnten und Vorarlberg jeweils nur etwa 2% aller Fälschungen aufgegriffen. Die übrigen Bundesländer weisen jeweils einen Anteil von rund 10% auf.

Neben den Fälschungen, die Schaden anrichteten, wurden 538 Fälschungen sichergestellt, bevor sie in Umlauf gebracht werden konnten. Das BMI hat zahlreiche Initiativen zur Bekämpfung von Eurofälschungen gesetzt, unter anderem wurde die internationale Zusammenarbeit mit Europol und Ländern Ost- und Südosteuropas verstärkt. Dadurch sollen Eurofälschungen bereits in den Herstellungsländern und auf den Transportrouten sichergestellt werden, sodass sie überhaupt nicht in den EU-Raum gelangen können. Die im Vorjahr in Zusammenarbeit zwischen dem österreichischen Bundeskriminalamt und dem LKA Bayern in Wien veranstaltete Falschgeld­expertenkonferenz „Euro Süd-Ost“ fand heuer in Sofia ihre Fortsetzung. Im Rahmen dieser Konferenz wurden die Ergebnisse der „Wiener Erklärung“ evaluiert und neue Standards für die Zusammenarbeit im Bereich der Falschgeldbekämpfung mit den Staaten Osteuropas festgelegt. Die ersten Früchte dieser Zusammenarbeit konnten bereits geerntet werden: allein die bulgarische Polizei hob in den letzten Monaten mehr als zehn Falschgelddruckereien aus.

Erklärtes Ziel der OeNB und des BMI ist es, das Vertrauen der Bevölkerung in den Euro auf einem hohen Niveau zu halten und die positive Einstellung zum Euro – nach einer jüngsten Umfrage halten 58 Prozent der Bevölkerung den Euro für eine gute Sache – mit diversen Informationsaktivitäten noch weiter auszubauen. Deutlichstes Signal dafür ist die Wiederholung der bereits in den letzten Jahren erfolgreich durchgeführten „Euro-Tour“. 

Im Sommer 2002 tourte erstmals der Euro-Bus der Oesterreichischen Nationalbank durch ganz Österreich. Bis heute nahmen mehr als 110.000 ÖsterreicherInnen das Angebot des „Euro-Tour“ in Anspruch. Da diese Serviceleistung von der Bevölkerung so gut angenommen wurde und vor dem Hintergrund des gestiegenen Informationsbedürfnisses der Bürger hat sich die OeNB entschieden, den Euro-Bus dauerhaft als „Rollende Zweiganstalt der OeNB“ einzusetzen. 

Bei der „Euro-Tour 2004“ der „Rollenden Zweiganstalt der OeNB“ von 02.07-02.10.2004 wird der Bevölkerung folgendes Service geboten: 
    Sicher mit dem Euro 
    • Alle Informationen rund um die Sicherheitsmerkmale des Euro 
    • Fälschungen live erkennen 
    • "Euro-Sicherheitscheck" – Schulungen vor Ort  
  1. Bargeldloses Zahlen mit der Karte – bequem und sicher 
  2. Gratis Schilling Euro Tausch 
  3. Euro Gewinnspiel   
Das Hauptaugenmerk der Informationstätigkeit liegt auch heuer auf den Sicherheitsmerkmalen des Euro mit dem Grundsatz: „Fühlen, Sehen, Kippen“. Denn nur wer die Sicherheitsmerkmale kennt, kann sich auch selbst vor Fälschungen schützen! Im Test „Trügt der Schein?“  , bei dem „echte“ Fälschungen präsentiert werden, können sich die Besucher dabei selbst auf die Probe stellen. Dabei kann man selbst überprüfen, dass auch gute Fälschungen mittels dieser einfachen Prüfschritte leicht erkannt werden können.

Vor allem die breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit sowie die Schulungsaktivitäten sind wesentlich für einen sicheren Umgang mit dem Euro. Die Schulungen der OeNB werden in allen Regionen angeboten und können auf unserer Homepage (www.oenb.at) gebucht werden. Auf der Homepage unter „Der Euro – Unser Geld“ erhalten Sie auch detaillierte Informationen zu den Sicherheitsmerkmalen und zur Echtheitsprüfung.

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