Glossar

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Falsifikat

Bezeichnung für eine gefälschte Banknote oder Münze.


Federal Open Market Committee (FOMC)

Wichtigstes Gremium des Federal Reserve System, in dem die Entscheidungen über die Geld- und Währungspolitik der Vereinigten Staaten fallen. Dem FOMC gehören die sieben Mitglieder des Board of Governors sowie die zwölf Vorsitzenden der regionalen Federal Reserve Banks an, von denen jedoch nur fünf stimmberechtigt sind. Geldpolitische Sitzungen finden regulär achtmal im Jahr statt, das Sitzungsprotokoll wird mit drei Wochen Verzögerung veröffentlicht. Zielsetzung der Geldpolitik ist es, einen hohen Beschäftigungsstand, stabile Preise und moderate langfristige Zinsen zu erreichen. Link: http://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/fomc.htm


Federal Reserve System (FED)

Zentralbanksystem der Vereinigten Staaten von Amerika, das sich aus dem Board of Governors und zwölf regionalen Federal Reserve Banks zusammensetzt. Die FED ist damit die Notenbank der USA und zeichnet sich für die Geldpolitik, die Aufsicht über das Bank- und Finanzsystem, die Finanzmarktstabilität und für die Bereitstellung von Zahlungsverkehrsservices der USA verantwortlich. Sie wurde im Jahr 1913 vom Kongress der Vereinigten Staaten gegründet. Wichtigstes Gremium der FED ist das Federal Open Market Committee (FOMC).Link: www.federalreserve.gov


Feinsteuerungsoperation

Offenmarktgeschäft des Eurosystems zum Ausgleich unerwarteter kurzfristiger Liquiditätsschwankungen auf dem Markt. Häufigkeit und Laufzeit solcher Geschäfte sind nicht standardisiert.


Fester Wechselkurs

Bei einem festen Wechselkurs legt ein Staat längerfristig ein festes Umtauschverhältnis zu einer anderen ausländischen Währungseinheit, Gold oder einem Währungskorb in inländischer Währung fest. Siehe auch: Currency Board


Festverzinsliche Wertpapiere (Geldmarktpapiere, Schuldverschreibungen)

Wertpapiere, bei denen die Verzinsung während der gesamten Laufzeit unverändert bleibt. Festverzinsliche Wertpapiere werden nach der Laufzeit  in Geldmarktpapiere und langfristig festverzinsliche Wertpapiere (bzw. Schuldverschreibungen) unterteilt. Dazu zählen u. a. Anleihen, Bundesschatzscheine, Commercial Papers, Depotzertifikate, Namensschuldverschreibungen, Pfandbriefe und Kommunalbriefe, sofern sie einen festgesetzten, regelmäßigen Ertrag abwerfen.


Finanzholding

§ 2 Z 25 BWG definiert eine Finanz-Holdinggesellschaft wie folgt: 1) ist eine juristische Person oder ein Unternehmen, aber kein Kreditinstitut; 2) ihre Haupttätigkeit besteht darin, Beteiligungen zu erwerben bzw. zu halten oder Geschäfte im Bereich Kreditvergabe, Ausgabe von Kreditkarten etc. zu betreiben; 3) ihre nachgeordneten Institute sind überwiegend Kreditinstitute, Wertpapierfirmen oder Finanzinstitute, aber mindestens eines der nachgeordneten Institute ist ein Kreditinstitut oder eine Wertpapierfirma; und 4) ist keine gemischte Finanz-Holdinggesellschaft nach dem Finanzkonglomerategesetz.


Finanzierungssaldo laut ESVG 95 (Defizit bzw. Saldo des Gesamtstaates)

Ein negativer Finanzierungssaldo (gesamtstaatliches Defizit) bedeutet, dass sich das Nettofinanzvermögen des Staates innerhalb des Finanzjahres verringert hat. Der Salden- bzw. Defizitbegriff des ESVG 95 spiegelt daher nicht administrative Ausgaben und Einnahmen wider (wie der Nettodefizitbegriff), sondern die Veränderungen der Verbindlichkeiten und Forderungen.


Finanzierungssaldo laut Maastricht (Defizit bzw. Saldo des Gesamtstaates)

Die Salden- bzw. Defizitdefinition lt. Maastricht weicht von jener nach ESVG 95 hinsichtlich der Behandlung von Zinsströmen von derivativen Finanztransaktionen (SWAPS, Forward-Rate-Agreements) und damit in der Berechnung des Zinsaufwandes des Staates ab. Diese werden lt. ESVG 95 als reine finanzielle Transaktionen betrachtet und gehen daher in die Berechnung des Zinsaufwandes und damit in weiterer Folge in die Berechnung des Finanzierungs-/Budgetsaldos des Staates nicht ein. Bei der Berechnung des Zinsaufwands bzw. bei der Ermittlung des Budgetsaldos lt. Maastricht werden sie jedoch einberechnet. Der Maastricht-Zinsaufwand spiegelt (indem er die de facto-Zinsleistung des Staates für die öffentliche Verschuldung erfasst) die Sicht des Schuldners wider.


Finanzinstrument

Ein Vertrag, der bei der einen Vertragspartei zu einem finanziellen Anspruch und bei der anderen Vertragspartei zu einer finanziellen Verpflichtung oder zu Eigenkapital führt. Auch das österreichische Bankwesengesetz orientiert sich an dieser Definition, indem es Finanzinstrumente als Instrumente des Kapital- oder Geldmarktes bezeichnet, die für eine der beteiligten Seiten einen finanziellen Vermögenswert und für die andere Seite eine finanzielle Verbindlichkeit oder ein Eigenkapitalinstrument schaffen.


Finanzintermediäre

Mit dem Übergriff Finanzintermediäre werden alle Finanzinstitutionen bezeichnet, die Finanzmittel von Wirtschaftssubjekten mit Kapitalüberschuss (v. a. privaten Haushalten) an Wirtschaftssubjekte mit Kapitalbedarf (v. a. Unternehmen, öffentliche Hand) vermitteln. Im engeren Sinn zählen dazu u. a. Banken, Versicherungen, Investmentfonds und Pensionskassen. Finanzintermediäre im weiteren Sinn sind Institutionen, die den Handel zwischen Kapitalgebern und -nehmern ermöglichen oder erleichtern, wie beispielsweise Börsen, Finanzmakler und Ratingagenturen.


Finanzintermediation

Die von Finanzintermediären ausgeübte Dienstleistungsfunktion, die in der Vermittlung von Kapital zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern besteht.


Finanzmarktaufsichtsbehördengesetz (FMABG)

Bundesgesetz, mit dem die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) errichtet wurde und per 1. April 2002 ihre operative Tätigkeit aufnahm. Als integrierte Aufsichtsbehörde ist die FMA mit den Agenden der Banken-, Versicherungs-, Wertpapier-, Börse- und Pensionskassenaufsicht betraut.


Finanzmarktaufsichtsreform

Seit 1. Jänner 2008 wachen in Österreich OeNB und FMA gemeinsam darüber, dass die Banken über ein entsprechendes  Risikomanagement und ausreichend Kapital verfügen. Der OeNB obliegt dabei die laufende Analyse und Beobachtung der österreichischen Kreditinstitute sowie deren Vor-Ort-Prüfung. Bei Vorliegen von gesamtwirtschaftlichen Gründen können Vor-Ort-Prüfungen nunmehr auch ohne Prüfauftrag der FMA durchgeführt werden.


Finanzmarktstabilität

Finanzmarktstabilität liegt vor, wenn das Finanzsystem – bestehend aus Finanzintermediären, Finanzmärkten und Finanzinfrastruktur – auch im Fall finanzieller Ungleichgewichte und Schocks in der Lage ist, eine effiziente Allokation finanzieller Ressourcen sicherzustellen.


Finanzvermögen

Entsprechend der Definition der Volkwirtschaftlichen Gesamtrechnungen zählen dazu Bargeld, Einlagen, verzinsliche Wertpapiere, jede Form von Aktien und Partizipationsscheinen, sonstige Anteilsrechte (Beteiligungen), Investmentzertifikate, Lebensversicherungen, Ansprüche gegenüber Pensionskassen und betrieblichen Vorsorgekassen, bereits akzeptierte Ansprüche aus Schadens- und Unfallversicherungen, Schillingbestände (sofern noch umtauschbar), handelbare Münzen und sonstige Forderungen (z. B. offene Forderungen aus dem Lohnsteuerausgleich) oder bereits bezahlte Gutscheine.


Flexibler Wechselkurs

Bei flexiblen Wechselkursen kommt die Wechselkursbildung durch Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt zustande.


Float (an einem Zahlungssystem)

Auf elektronischen Datenträgern gespeicherter, vorausbezahlter Geldwert. Wurden beispielsweise auf einem elektronischen Datenträger 50 € geladen und 40 € davon wieder ausgegeben, so beträgt der Float 10 €.


Floater

Variabel verzinsliches Wertpapier.


Floating

Wechselkursregime, bei dem die Wechselkursbildung dem Angebot und der Nachfrage am Devisenmarkt überlassen wird.


FMA (Finanzmarktaufsichtsbehörde)

Die FMA ist eine integrierte unabhängige Allfinanzaufsichtsbehörde, die seit 1. April 2002 mit der Durchführung der Banken-, Versicherungs-, Wertpapier- und Pensionskassenaufsicht in Österreich betraut ist. Sie ist der Rechtsform nach eine „Anstalt öffentlichen Rechts“ und besitzt eigene Rechtspersönlichkeit. Link: http://www.fma.gv.at


Fonds


Forschungsquote

Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am BIP.


Fortgeschrittener Messansatz (Advanced Measurement Approaches, AMA)

Im Rahmen des fortgeschrittenen Messansatzes können Banken selbstentwickelte Modelle zur Berechnung der Eigenmittel, welche für das operationelle Risiko zu unterlegen sind, heranziehen. Voraussetzung dafür ist, dass diese Modelle strenge qualitative und quantitative Zulassungskriterien erfüllen.


Fremdkapital

In der Bilanz eines Unternehmens ausgewiesene Schulden mit unterschiedlicher Fristigkeit. Umfangreiche Fremdmittelaufnahmen erhöhen die Gefahr von Liquiditätsengpässen und Rückzahlungsschwierigkeiten.


Fremdwährungskredit

Ein Kredit, bei dem ausbezahlter Kreditbetrag, Kreditzinsen und Kapitalrückzahlung auf Fremdwährung lauten. Da beispielsweise ein österreichischer Kreditnehmer das aufgenommene Kapital in Euro benötigt und Rückzahlungen in der Regel nur in Euro leisten kann, sind alle mit dem Kredit verbundenen Zahlungen mit dem jeweiligen Wechselkurs von der Fremdwährung in Euro umzurechnen, wodurch für den Kreditnehmer ein Wechselkursrisiko entsteht. Motivation für die Aufnahme eines Fremdwährungskredits ist in der Regel das Ausnützen des niedrigeren Zinssatzes in der Fremdwährung. Allerdings kann ein Fremdwährungskredit aufgrund des Wechselkursrisikos trotz niedrigerer Zinsen letztlich eine höhere finanzielle Belastung für den Kreditnehmer mit sich bringen als ein Euro-Kredit.


Fristentransformation

Grundlage der Geschäftstätigkeit universaler Geschäftsbanken. Die Bank betreibt Fristentransformation, wenn die Fristigkeit (d. h. die Laufzeit) ihrer Forderungen (z. B. Kredite an Unternehmen) nicht mit der Fristigkeit der von ihr selbst aufgenommenen Kredite oder der von Kunden entgegengenommenen Einlagen übereinstimmt. Fristeninkongruenzen (die Nicht-Übereinstimmung von Laufzeiten der Aktiv- und Passivpositionen in der Bankbilanz) werden gezielt zur Ertragssteigerung genutzt, bergen aber gleichzeitig auch Liquiditäts- und Ertragsrisiken.


Futures

Unbedingtes Termingeschäft. Verpflichtung, zu einem genau definierten Zeitpunkt einen bestimmten Basiswert, z. B. eine Anleihe, zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Futures sind hinsichtlich ihrer Ausgestaltung standardisiert und werden an der Börse gehandelt.