Glossar

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Abfertigungsanwartschaft

Der in einer Betrieblichen Vorsorgekasse (BV-Kasse) verwaltete Abfertigungsanspruch; entspricht der Summe aus den eingezahlten Abfertigungsbeiträgen (abzüglich der einbehaltenen Verwaltungskosten) und/oder allenfalls an die BV-Kasse übertragene Altabfertigungsanwartschaften sowie den zugewiesenen Veranlagungsergebnissen.


Arbeitslosenquote

Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen. Die Angaben über die Zahl der Erwerbspersonen können aus Registern von Sozialversicherungsträgern und dem Arbeitsmarktservice (AMS) stammen. In diesem Fall handelt es sich um die Registerarbeitslosenquote. Alternativ werden Haushaltsbefragungen durchgeführt. Auf Basis dieser Daten wird die Arbeitslosenquote gemäß Eurostat ermittelt.


Arbeitslosenquote gemäß Eurostat

Arbeitslosenquote bei der die Zahlen von Arbeitslosen und Erwerbspersonen aus Haushaltsbefragungen (Arbeitskräfteerhebung) ermittelt werden.

Die Arbeitslosenquote gemäß Eurostat eignet sich für internationale Vergleiche. Sie wird nur saisonbereinigt publiziert. Aufgrund definitorischer Unterschiede, sowohl bei den Erwerbspersonen als auch bei den Arbeitslosen, ist die internationale Quote niedriger als die in Österreich übliche Registerarbeitslosenquote.


Arbeitstägige Bereinigung

Produktionsänderungen bzw. Umsatzänderungen, die auf eine kalenderbedingte Variation der Arbeitstage – die Anzahl der Arbeitstage eines bestimmten Monats ändert sich von Jahr zu Jahr, da Feiertage und Wochenenden jeweils unterschiedlich anfallen – zurückzuführen sind, werden ausgeglichen. So kann sich etwa die Produktion in einem Monat im Vergleich zum gleichnamigen Monat des Vorjahres allein dadurch erhöhen, dass um einen Arbeitstag länger produziert worden ist.


Bankbilanz

Die Bankbilanz gibt Aufschluss über die Geschäftsgebarung einer Bank. Auf der Aktivseite werden alle das Kreditgeschäft betreffende Posten, das Wertpapier-Portfolio, die liquiden Mittel (Barreserven und Geldanlagen bei anderen Kreditinstituten) und die langfristigen Vermögenswerte (Grundstücke und Beteiligungen) erfasst – wobei nicht zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen unterschieden wird. Auf der Passivseite der Bankbilanz werden alle Posten, die das Einlagengeschäft betreffen, gebucht. Weiters finden sich hier das gezeichnete Kapital, Rücklagen sowie nachrangige Verbindlichkeiten.


Basiseffekt

Statistisches Phänomen, das bei der Einschätzung der Veränderung einer volkswirtschaftlichen Messgröße speziell im Vorjahrsvergleich zu berücksichtigen ist. Beispiel: Die Inflationsrate steigt im März abrupt an, weil sich aufgrund einer europaweiten Kältewelle frische Nahrungsmittel stark verteuert haben. Die Inflationsraten bleiben noch bis zum Sommer erhöht und normalisieren sich dann wieder. Ab März des Folgejahres kommt der Basiseffekt zum Tragen: Da ein Jahr zuvor die Nahrungsmittelpreise außergewöhnlich hoch waren setzt nun automatisch ein Inflationsrückgang ein, selbst wenn sich die Preise gegenüber dem Vormonat kaum verändern. Mit anderen Worten: Der Basiseffekt relativiert das Ausmaß der jährlichen Veränderungsrate.


Beschäftigungsquote (Erwerbstätigenquote)

Ist der Anteil der Beschäftigten laut Haushaltserhebung an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15-64 Jahre). Diese Definition wird von STATISTIK AUSTRIA für Eurostat ermittelt. Beschäftigungsquoten können auch für Teile der Bevölkerung angegeben werden – so etwa für die Jugendlichen (15-24 Jahre), für Personen im Haupterwerbsalter (25-54 Jahre), so wie für die Älteren (55-64 Jahre).


Betriebliche Vorsorgekasse (BV-Kasse)

Neues Abfertigungsmodell für alle in Österreich tätigen Arbeitnehmer (geltend für Beschäftigungsverhältnisse ab dem 1. Jänner 2003). Grundprinzip ist die Auslagerung der Abfertigungsverpflichtung des Arbeitgebers auf rechtlich selbstständige BV-Kassen. Seit Anpassung der gesetzlichen Grundlage im Jahr 2008 (mit Einführung des Betrieblichen Mitarbeiter- und Selbständigenrvorsorgegesetzes – BMSVG) stehen die BV-Kassen auch Selbständigen offen. Bei BV-Kassen handelt es sich um Kreditinstitute im Sinne des Bankwesengesetzes. 


BIP-Deflator

Inflationsmaß, das als Quotient aus nominellem und realem (preisbereinigtem) BIP errechnet wird. Im Unterschied zu anderen Preisindizes wie dem VPI, beruht der BIP-Deflator nicht auf einem über mehrere Jahre festen Warenkorb, sondern bewertet alle in einem Jahr in der Volkswirtschaft produzierten Güter und Dienstleistungen. Neben dem BIP-Deflator sind auch noch der Konsumdeflator und der Exportdeflator geläufig.


Centralised Securities Database (CSDB)

Umfangreiche EZB-Datenbank, in der die Wertpapieremissionen und der Wertpapierbesitz  von EU-Ansässigen erfasst wird.


Consolidated Banking Statistics (Konsolidierte Bankenstatistik)

Nach Restlaufzeiten gegliederte konsolidierte Bankenstatistik der OeNB, die in die internationale Bankenstatistik der BIZ einfließt. Gegenstand der Erhebung sind die Auslandsaktiva der in Österreich tätigen Kreditinstitute, einschließlich der Aktiva der Auslandsfilialen und der ausländischen Bankentöchter. Zusätzlich geben diese Daten auch Auskunft über den Risikotransfer (Garantien, Sicherheiten, u. a.) zwischen den einzelnen Ländern sowie über das daraus resultierende Letztrisiko. 


Cutting-Off-The-Tail-Prinzip

Monetärstatistisches Prinzip des ESZB, wonach die Zentralbanken ihre Datenerhebungen auf systemrelevante Banken beschränken können, insgesamt aber mindestens 95% des inländischen MFI-Sektors (gemessen an der Gesamtbilanzsumme) erfassen müssen.


Deckungsrückstellung

Versicherungstechnische Rückstellung zur Sicherung künftiger Leistungsansprüche im Rahmen von Lebensversicherungen.


Direktinvestitionen (FDI, Foreign Direct Investment)

Im Rahmen der Zahlungsbilanz erfasstes, langfristig im ausländischen Unternehmen investiertes Kapital, das aufgrund eines Anteils von mindestens 10% am Grundkapital maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des betreffenden Unternehmens sichert. Man unterscheidet aktive Direktinvestitionen (Österreichs im Ausland) bzw. passive Direktinvestitionen (des Auslands in Österreich). Weiters sind die laufenden Transaktionen innerhalb einer Berichtsperiode (Flüsse) von den Beständen zu Periodenende zu unterscheiden. Eine weitere Differenzierung betrifft die Art der Finanzierung, und zwar Eigenkapital und „sonstiges Direktinvestitionskapital“ (konzerninterne Finanzierung, vor allem durch Kredite). Ebenfalls zu den Direktinvestitionen („im weiteren Sinne“) gehören Special Purpose Entities sowie der Erwerb von Liegenschaften durch Private im Ausland.


Economic Sentiment Indicator (ESI)

Stimmungsbarometer der Europäischen Kommission, das verdeutlicht, wie die einzelnen Wirtschaftsbranchen und die Konsumenten EU-weit die Wirtschaftsentwicklung einschätzen. Basiert auf einer monatlichen Umfrage unter etwa 125.000 Betrieben und 40.000 Haushalten. Die Umfrageergebnisse werden als Saldo aus positiven und negativen Antworten veröffentlicht. Der ESI gehört aufgrund seiner langjährigen Verfügbarkeit und der breiten Abdeckung von Sektoren, Ländern und Fragen zu den gängigsten Vorlaufindikatoren.


Einkaufsmanagerindex (EMI)

Basiert auf einer monatlichen repräsentativen Umfrage unter Managern großer Betriebe (ursprünglich im Industriesektor, nun auch im Dienstleistungs- und Bausektor) zu Produktion, Auftragseingängen oder Lagerbeständen. Der Index ist so normiert, dass Werte unter (über) 50 einer Verschlechterung (Verbesserung) der konjunkturellen Lage entsprechen. Der Industrie-EMI wird für die wichtigsten Industrieländer weltweit ermittelt, u. a. auch für Österreich. Im Vergleich zu anderen Vorlaufindikatoren wird dem EMI eine besonders lange Vorlaufzeit in Bezug auf die künftige Wirtschaftsentwicklung zugeschrieben.


Erwerbsquote (Partizipationsrate)

Ist der Anteil der Erwerbspersonen laut Haushalterhebung an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15-64 Jahre). Diese Definition wird von STATISTIK AUSTRIA für Eurostat ermittelt. Erwerbsquoten können auch für Teile der Bevölkerung angegeben werden – so etwa für die Jugendlichen (15-24 Jahre), für das Haupterwerbsalter (25-54 Jahre), so wie für die Älteren (55-64 Jahre).


ESVG 1995 (Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 1995)

Das Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 1995 ist ein international vereinheitlichtes Rechnungssystem, das systematisch und detailliert eine Volkswirtschaft (Region, Land, Ländergruppe) mit ihren wesentlichen Merkmalen und den Beziehungen zu anderen Volkswirtschaften beschreibt.
Das ESVG 1995 stimmt mit den weltweit geltenden Regeln des System of National Accounts (SNA 1993 oder kurz SNA, das unter der gemeinsamen Verantwortung der Vereinten Nationen, des Internationalen Währungsfonds, der Kommission der Europäischen Gemeinschaft, der OECD und der Weltbank geschaffen wurde) überein. Jedoch berücksichtigt das ESVG 1995 stärker die Gegebenheiten und den Datenbedarf in der Europäischen Union. Das ESVG 1995 ist wie das SNA auf die Konzepte und Klassifikationen vieler anderer Wirtschafts- und Sozialstatistiken abgestimmt, wie etwa Statistiken über die Erwerbstätigkeit, die Produktion und den Außenhandel. Das ESVG 1995 kann daher als zentraler Bezugsrahmen für die Wirtschafts- und Sozialstatistik der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten dienen.

 


EUROSTAT

Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften mit Sitz in Luxemburg. Link: http://epp.eurostat.cec.eu.int


Finanzierungssaldo laut ESVG 95 (Defizit bzw. Saldo des Gesamtstaates)

Ein negativer Finanzierungssaldo (gesamtstaatliches Defizit) bedeutet, dass sich das Nettofinanzvermögen des Staates innerhalb des Finanzjahres verringert hat. Der Salden- bzw. Defizitbegriff des ESVG 95 spiegelt daher nicht administrative Ausgaben und Einnahmen wider (wie der Nettodefizitbegriff), sondern die Veränderungen der Verbindlichkeiten und Forderungen.


Finanzierungssaldo laut Maastricht (Defizit bzw. Saldo des Gesamtstaates)

Die Salden- bzw. Defizitdefinition lt. Maastricht weicht von jener nach ESVG 95 hinsichtlich der Behandlung von Zinsströmen von derivativen Finanztransaktionen (SWAPS, Forward-Rate-Agreements) und damit in der Berechnung des Zinsaufwandes des Staates ab. Diese werden lt. ESVG 95 als reine finanzielle Transaktionen betrachtet und gehen daher in die Berechnung des Zinsaufwandes und damit in weiterer Folge in die Berechnung des Finanzierungs-/Budgetsaldos des Staates nicht ein. Bei der Berechnung des Zinsaufwands bzw. bei der Ermittlung des Budgetsaldos lt. Maastricht werden sie jedoch einberechnet. Der Maastricht-Zinsaufwand spiegelt (indem er die de facto-Zinsleistung des Staates für die öffentliche Verschuldung erfasst) die Sicht des Schuldners wider.


Forschungsquote

Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am BIP.


Geldvermögen und Geldverpflichtungen

Bestand der finanziellen Forderungen bzw. Verpflichtungen der inländischen volkswirtschaftlichen Sektoren gegenüber in- und ausländischen Schuldnern zum Ende einer Berichtsperiode.


Geldvermögensbildung und Finanzierung

Transaktionsbedingte Änderung der finanziellen Forderungen bzw. Verpflichtungen der inländischen volkswirtschaftlichen Sektoren gegenüber in- und ausländischen Schuldnern während einer Berichtsperiode; das Geldvermögen des Auslands besteht aus finanziellen Forderungen gegenüber inländischen Schuldnern.


Gesamtstaatliche Defizitquote laut Maastricht

Diese stellt das gesamtstaatliche Defizit lt. Maastricht in Beziehung zur Wirtschaftsleistung (= Bruttoinlandsprodukt) einer Volkswirtschaft. Die gesamtstaatliche Defizitquote zählt zu den sogenannten Konvergenzkriterien des Vertrags von Maastricht (Vertrag über die Europäische Union).


Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung (GFR)

Mit der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung erstellt die OeNB die Vermögensbilanz über die finanzielle Forderungen und Verpflichtungen Österreichs, aufgegliedert nach einzelnen volkswirtschaftlichen Sektoren (Finanzieller Sektor, Staat, Nichtfinanzielle Unternehmen, private Haushalte einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck und Ausland). Darüber hinaus wird die Finanzverflechtung zwischen den einzelnen Sektoren bzw. dieser Sektoren gegenüber dem Ausland dargestellt. Innerhalb der einzelnen Sektoren wird weiter unterschieden zwischen: Banken, der OeNB, Versicherungen, Pensionskassen, Investmentfondsgesellschaften, sonstigen Finanzinstitutionen, dem Bund, einzelnen Bundesländern und Gemeinden, Waren oder nichtfinanziellen Dienstleistungen produzierenden Unternehmen, Privatpersonen sowie Stiftungen, Hilfsorganisationen bzw. gewerkschaftlichen und kirchlichen Organisationen in Österreich.


Gewinnquote

Anteil der Gewinneinkommen, d. h. Einkommen aus Vermögen (Dividenden, Zinsen, Mieten) und unternehmerischen Tätigkeiten, am BIP bzw. am Volkseinkommen. Die Gewinnquote ist eine Kennzahl für die funktionelle Einkommensverteilung in einer Volkswirtschaft, da sie angibt, welcher Anteil am gesamtwirtschaftlichen Einkommen auf Unternehmer und Vermögensbesitzer entfällt. Ihre Gegengröße ist die Lohnquote.


Großkredite

Gemäß BWG melden Kredit- und Finanzinstitute sowie Vertragsversicherungsunternehmen monatlich jene Kredite und wertpapierunterlegte Forderungen an einzelne Kreditnehmer, die in Summe ein Volumen von 350.000 EUR überschreiten. Diese Daten werden von der OeNB erhoben, plausibilisiert und aggregiert. Die aggregierten Daten stehen den meldenden Instituten und der Bankenaufsicht als Informationsquelle zur Verfügung.


Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI)

EU-weit nach einer einheitlichen Methode erhobener Verbraucherpreisindex (VPI). Zur Berechnung wird der durchschnittliche Preis eines repräsentativen Warenkorbes an Gütern und Dienstleistungen im Zeitverlauf ermittelt. Während viele Länder (wie auch Österreich) weiterhin auch einen nationalen VPI berechnen und veröffentlichen, hat sich der HVPI für die Inflationsmessung auf EU- und Euroraum-Ebene weitgehend durchgesetzt. Der HVPI ist der zentrale Inflationsindikator für die Geldpolitik im Eurosystem: Wie vom EZB-Rat festgelegt, wird als Preisstabilitätsziel ein jährlicher Anstieg des HVPI für das Euro-Währungsgebiet von unter, aber nahe 2% angepeilt.


Hauptanstalt (Kreditinstitut)

Eine Hauptanstalt (Kreditinstitut) ist ein rechtlich selbständiges Unternehmen, das auf Grund des BWG berechtigt ist, Bankgeschäfte zu betreiben.


Haushalt (private Haushalte)


Hypothekarkredit / Hypothekardarlehen

Hypothekardarlehen sind langfristige Darlehen, die zur Finanzierung von Liegenschaftskäufen, Um- und Neubauten, Maschinen und sonstigen Investitionen dienen und durch Pfandrechte an Grundstücken (Hypotheken) gesichert sind.


Hypothekenbank

Kreditinstitut, das auf die Gewährung von Hypothekardarlehen bzw. Kommunaldarlehen und die Ausgabe von Pfandbriefen spezialisiert ist.


Import-/Exportquote

Anteil der Exporte bzw. Importe am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Export- und Importquoten sind wichtige Indikatoren für die Integration eines Landes in die Weltwirtschaft; in Summe ergeben sie den Offenheitsgrad einer Volkswirtschaft.


Index

Messwert über eines oder mehrere Merkmale. Ein Index informiert über die Veränderung von bestimmten Indikatoren über die Zeit. Neben dem Preisindex (z. B. VPI) werden in der Praxis häufig auch Mengen- und Umsatzindizes verwendet.


Internationale Vermögensposition (IVP)

Von der OeNB jährlich erstellte Statistik, die das gesamte Finanzvermögen Österreichs im Ausland jenem des Auslands in Österreich gegenüberstellt. Zum Finanzvermögen zählen Direktinvestitionen,  Portfolioinvestitionen, Sonstige Investitionen (insbesondere Kredite und Einlagen), Finanzderivate und Währungsreserven. In Deutschland „Auslandsvermögensstatus“ genannt.


Kapitalbilanz

Als Teilbilanz der Zahlungsbilanz reflektiert die Kapitalbilanz sämtliche Kapitalbewegungen zwischen einer Volkswirtschaft und dem Ausland. Sie gliedert sich in die Teilbilanzen „Direktinvestitionen“, „Portfolioinvestitionen“, „Sonstige Investitionen“ (enthält insbesondere Kredite und Einlagen), „Finanzderivate“ und „Offizielle Währungsreserven“.


Konsolidierte Eigenmittel

Die Eigenmittel von Kreditinstitutsgruppen sind gemäß BWG vom übergeordneten Kreditinstitut – neben der Bemessungsgrundlage, dem Handelsbuch und den offenen Fremdwährungspositionen – zu konsolidieren.


Konsolidierung

Zusammenführung der Einzelabschlüsse (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und sonstige gesetzlich vorgeschriebene Angaben) aller Konzerngesellschaften – nach Eliminierung von gruppeninternen Transaktionen zu einem konsolidierten Abschluss (Konzernabschluss).


Kredit

Jedem Kreditgeschäft liegt die vertragliche Verpflichtung des Darlehensnehmers zugrunde, die entliehenen Gelder oder sonstigen Mittel dem Darlehensgeber zu einem späteren Zeitpunkt in gleicher Art, Menge und Güte zurückzuerstatten.


Kreditinstitute nach BWG

Diese sind im BWG § 1 beschrieben. Im Gegensatz zum Gemeinschaftsrecht ist hier nur eine passiv- oder aktivseitige Konzession ausschlaggebend.


Kreditinstitute nach Gemeinschaftsrecht

Laut EU-Richtlinien ein Unternehmen, dessen Tätigkeit darin besteht, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.


Kreditinstitutsgruppe

Eine Kreditinstitutsgruppe liegt gemäß BWG vor, wenn ein übergeordnetes Institut mit Sitz im Inland bei einem oder mehreren Kreditinstituten, Finanzinstituten, Wertpapierfirmen oder Unternehmen mit bankbezogenen Hilfsdiensten mit Sitz im Inland oder Ausland mehrheitlich mittelbar oder unmittelbar beteiligt ist; über die Stimmrechtsmehrheit verfügt; die Mehrheit der Mitglieder des Verwaltungs-, Leitungs- oder Aufsichtsorgans bestellen kann; einen beherrschenden Einfluss ausüben kann und mindestens 20% der Stimmrechte oder des Kapitals des nachgeordneten Institutes direkt oder indirekt hält.


Kreditrisiko

Gefahr des Ausfalls einer Forderung oder ihrer Wertminderung aufgrund einer Verschlechterung der Bonität des Kreditnehmers. Für Kreditinstitute stellt das Kreditrisiko im Regelfall die bedeutendste Risikokategorie dar.


Kreditzinssatz

Der Kreditzinssatz bezeichnet den in Prozent ausgedrückten Preis für ein leihweise über einen bestimmten Zeitraum zur Nutzung überlassenes Kapital. Der Zinssatz wird üblicherweise als jährlicher Zinssatz angegeben.


Laufende Transfers

Im Rahmen der Zahlungsbilanz erfasste grenzüberschreitende unentgeltliche Leistungen, die Einfluss auf das Einkommen und den Verbrauch der betroffenen Volkswirtschaften haben. Die laufenden Transfers setzen sich aus öffentlichen und privaten Transfers zusammen. Ein Beispiel für  öffentliche Transfers sind Beiträge Österreichs an die EU. In den privaten Transfers sind z. B. Gastarbeiterüberweisungen sowie Pensionen und Renten enthalten.


Leistungsbilanz

Teilbilanz der Zahlungsbilanz. Sie gliedert sich in die Teilbereiche „Güter“ (Außenhandel), „Dienstleistungen“ (Reiseverkehr, Transport, Versicherungsleistungen etc.), „Einkommen“ (Löhne und Gehälter, Erträge/Aufwendungen aus Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen etc.) sowie „Laufende Transfers“ (Mitgliedsbeiträge an int. Organisationen, Pensionen, Produktions- und Verbrauchsteuern etc.). Die Leistungsbilanz ist ein wesentlicher Gradmesser für das außenwirtschaftliche Gleichgewicht einer Volkswirtschaft.


Locational Statistic (Währungsstatistik)

In die internationale Bankenstatistik der BIZ einfließende Statistik der OeNB über die Forderungen und Verpflichtungen der in Österreich tätigen Kreditinstitute gegenüber Inländern in Fremdwährungen und gegenüber Ausländern in Euro und Fremdwährungen. Zu diesem Zweck werden auch Daten von Auslandsfilialen der österreichischen Kreditinstitute berücksichtigt.


Lohnquote

Die unbereinigte Lohnquote errechnet sich aus dem Verhältnis von Einkommen aus nicht-selbständiger Arbeit (Arbeitnehmerentgelt) zum Volkseinkommen. Alternativ ist es auch üblich, wie es z. B. OECD und EU-Kommission bzw. Eurostat machen, an Stelle des Volkseinkommens das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Nenner zu verwenden. Die Lohnquote ist ein wichtiger Indikator für die funktionelle Einkommensverteilung, da sie angibt, welcher Anteil am gesamtwirtschaftlichen Einkommen auf die Arbeitnehmer entfällt. Die komplementäre Größe zur Lohnquote ist die sog. Gewinnquote.


Mindestreserven

Guthaben, die Banken bei der Zentralbank (gegen Zinsen) verpflichtend halten müssen.Über die Höhe des Mindestreservesatzes beeinflusst die Zentralbank indirekt die Geldmarktzinsen und ermöglicht der EZB aktive Geldpolitik zu betreiben: Es dient in erster Linie dazu, die Geldmarktzinsen zu stabilisieren und eine strukturelle Liquiditätsknappheit herbeizuführen (oder zu vergrößern). Die Guthaben sind bei derjenigen Zentralbank zu halten, in deren Wirkungsbereich die jeweilige Niederlassung des Kreditinstitutes liegt. Die österreichischen Kreditinstitute unterliegen einer Mindestreserveverpflichtung: Für kurz- und mittelfristige Einlagen sowie eigene Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren ist eine Mindestreserve von derzeit 2% bei der OeNB zu halten. Für die Überwachung der Einhaltung der Mindestreserven ist ebenfalls die jeweilige Zentralbank zuständig, etwaige Pönalisierungen nimmt die EZB jedoch selbst vor. Im Euroraum müssen die Mindestreserven nicht täglich, sondern im Durchschnitt über die Mindestreserveerfüllungsperiode erfüllt werden.Die Banken können die Mindestreserveguthaben somit auch als Arbeitsguthaben für ihren laufenden Zahlungsverkehr nutzen.


Monetäres Finanzinstitut (MFI)

Finanzinstitut, das Einlagen entgegennimmt, die nach der statistischen Abgrenzung der EZB zur Geldmenge zählen, und das Kredite gewährt und/oder in Wertpapiere investiert.


Nettodefizit

Überhang der Ausgaben über die Einnahmen des Allgemeinen Haushalts laut Bundesfinanzgesetz bzw. Bundesrechnungs-abschluss.


Ordnungsnormen

Die bankaufsichtlichen Ordnungsnormen des Bankwesengesetzes (BWG) umfassen das Mindesteigenmittelerfordernis (inkl. Meldung zum Handelsbuch und zu offenen Devisenpositionen), die Eigenmittel, die Liquidität gemäß, die Großveranlagungen  und die Nichtfinanzbeteiligungen (jeweils laut BWG).


Ordnungsnormenausweis (ONA)

Der Ordnungsnormenausweis (ONA) stellt eine bankaufsichtliche Meldung (ONA-Meldung) im Rahmen des risikoorientierten Meldewesens (ROM) dar.


Pensionskasse

Eine Aktiengesellschaft, die in einer oder mehreren Veranlagungs- und Risikogemeinschaften Pensionsbeiträge veranlagt und Pensionsvermögen für Anwartschaft- und Leistungsberechtigte gegen Gebühren (Verwaltungskosten von BV-Kassen) verwaltet. Die gesetzlichen Grundlagen für die Tätigkeit der Pensionskassen in Österreich sind das Pensionskassengesetz und das Betriebspensionsgesetz. Eine Veranlagungs- und Risikogemeinschaft ist eine in der Pensionskasse gebildete Gruppe von Berechtigten, in der das Kapital für alle in der gleichen Form angelegt wird.


Portfolioinvestitionen

Im Rahmen der Zahlungsbilanz erfasste Anteilspapiere, langfristig verzinsliche Wertpapiere und Geldmarktpapiere. Dabei sind ausschließlich grenzüberschreitende Wertpapiergeschäfte relevant, d. h. ausländische Wertpapiere, die Österreicher erwerben, und österreichische Wertpapiere, die ausländische Investoren erwerben.


Preisindex

Um einen Preisindex zu ermitteln werden Preise von Gütern und Dienstleistungen laufend (meist monatlich) aufgezeichnet. Die Einzelpreise werden mit ihrem Anteil in einem repräsentativen Warenkorb multipliziert („gewichtet“) und aufaddiert. Um die effektive Preisänderung über die Zeit berechnen zu können, werden die definierten Gewichte über einen längeren Zeitraum konstant gehalten. Preisindizes wie der Verbraucherpreisindex (VPI) oder der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) sind die Basis für die Berechnung der Inflationsrate.


Prozent/Prozentpunkt

Prozentpunkte beschreiben die Differenz zweier in Prozent ausgedrückter Zahlen: Wenn das Wirtschaftswachstum von 2% auf 3% steigt, dann hat es sich um einen Prozentpunkt erhöht. Prozentangaben beziehen sich hingegen immer auf einen Grundwert: Wenn das Wirtschaftswachstum um 1% gestiegen ist dann liegt es jetzt bei 2 + 0,02 = 2,02%.


Publikumsfonds

Fonds, die von natürlichen Personen und institutionellen Investoren erworben werden können.


Registerarbeitslosenquote

Beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos registrierte Personen im Verhältnis zu der Summe aus den unselbständig Beschäftigten laut Sozialversicherungsträgern und den registrierten Arbeitslosen.

Diese Quote wird üblicherweise nicht saisonbereinigt und weißt daher im Jahresverlauf starke Schwankungen auf.


Risikoorientiertes Meldewesen (ROM)

Weiterentwicklung des aufsichtsstatistischen Meldewesens. Mit der Ausdehnung auf zusätzliche Erhebungsbereiche soll das Einzelrisiko aus den verschiedenen Risikobereichen eines Kreditinstituts noch besser abgebildet werden. Mit dem risikoorientierten Meldewesen werden zusätzlich zum Kredit-, Zinsänderungs- und Marktrisiko nun auch Erhebungsaspekte aus dem Aktienpositionsrisiko und aus dem Bereich des operationalen Risikos erfasst. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Erhebung von detaillierten Konzern- und Auslandstochterbanken.


Saisonbereinigung (saisonale Bereinigung)

Durch jahreszeitlich bedingte Schwankungen kann es zu Verzerrungen von statistischen Daten kommen. Um diese Verzerrungen zu minimieren, werden die saisonalen Einflüsse mit unterschiedlichen statistischen Methoden herausgerechnet.


Schuldenquote laut Maastricht (Staatsverschuldung laut Maastricht)

Diese setzt den Schuldenstand des Sektors Staat in Beziehung zur Wirtschaftsleistung (= Bruttoinlandsprodukt) einer Volkswirtschaft. Der „Schuldenstand“ ist definiert als „Bruttogesamtschuldenstand zum Nominalwert am Jahresende nach Konsolidierung innerhalb und zwischen den einzelnen Bereichen des Staatssektors“. Zu den Schulden des Staates im Sinne von Maastricht gehören Darlehen von Finanzintermediären und auf den Finanzmärkten direkt aufgenommene Schuldtitel (titrierte Schuldkategorien). Ebenso sind derivative Finanztransaktionen bei der Berechnung der öffentlichen Verschuldung zu berücksichtigen. Nicht einzurechnen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (kurz- und langfristige Handelskredite), Anzahlungen auf begonnene oder bestellte Arbeiten sowie schwebende Posten (Erläge).


Sonstige Investitionen

Im Rahmen der Zahlungsbilanz erfasste Finanzforderungen, die keinem der übrigen Veranlagungsinstrumente (Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen, Finanzderivate, Währungsreserven) zugeordnet werden können. Die sonstigen Investitionen umfassen im Wesentlichen das grenzüberschreitende Bankgeschäft mit Krediten und Einlagen.


Spareinlagen

Geldeinlagen bei Kreditinstituten, die nicht dem Zahlungsverkehr, sondern der Anlage dienen und als solche nur gegen Ausfolgung besonderer Urkunden (beispielsweise des Sparbuches) entgegengenommen werden dürfen.


Sparkassen

Sparkassen sind Kreditinstitute, die sich auf die Sammlung von Spareinlagen und die Gewährung von Darlehen und Krediten spezialisiert haben. Grundsätzlich kann zwischen Vereinssparkassen, die von Privatpersonen gegründet wurden, und Gemeindesparkassen, die von Gemeinden gegründet wurden, unterschieden werden. Sparkassen werden zunehmend in der Rechtsform von Aktiengesellschaften geführt.


Special Purpose Entity (SPE)

Holdinggesellschaft ohne Marktproduktion und mit vernachlässigbarer Beschäftigung, die zur Gänze in ausländischem Besitz ist und deren Vermögen zum überwiegenden Teil aus Beteiligungen bzw. verbundenen Unternehmen im Ausland besteht. SPE-Daten werden im Rahmen der Direktinvestitionsstatistik gesondert erhoben und bei detaillierten Analysen der Direktinvestitionen („im engeren Sinne„) nicht berücksichtigt, um eine künstliche Aufblähung von aktiven und passiven Direktinvestitionen (Flüssen wie Ständen) zu vermeiden.


Special Purpose Vehicle (SPV, finanzielle Mantelgesellschaft, Zweckgesellschaft)

Unternehmen, die eigens gegründet wurden, um Leasinggeschäfte, die Verbriefung von Finanzinstrumenten oder Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten durchzuführen.


Statistik Austria

Erstellt Statistiken aller Art, einschließlich der damit zusammenhängenden Analysen, Prognosen und statistischen Modelle, über die wirtschaftlichen, demografischen, sozialen, ökologischen und kulturellen Gegebenheiten in Österreich. Die OeNB arbeitet eng mit STATISTIK AUSTRIA – auf Basis eines Kooperationsvertrages – in verschiedenen Statistikfeldern zusammen.


Statistische Differenz

Die Darstellung aller grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Transaktionen erfolgt in der Zahlungsbilanz gemäß den Grundsätzen der doppelten Verbuchung. Bei vollständiger und richtiger Erfassung aller Geschäfte müsste daher theoretisch die Summe aller Salden der Teilbilanzen Null ergeben. In der Praxis kann diese Regel nicht lückenlos umgesetzt werden. Es verbleibt eine Restgröße von nicht aufgeklärten bzw. nicht zuordenbaren Transaktionen, die als statistische Differenz bezeichnet wird.


Übergeordnetes Kreditinstitut

Ein übergeordnetes Kreditinstitut einer Kreditinstitutsgruppe ist jenes Kreditinstitut mit Sitz im Inland, das selbst keinem anderen gruppenangehörigen Kreditinstitut mit Sitz im Inland nachgeordnet ist. Ein übergeordnetes Kreditinstitut kann sowohl ein Kreditinstitut als auch eine Finanz-Holdinggesellschaft sein.


Umfrage über das Kreditgeschäft (BLS, Bank Lending Survey)

Um den Informationsstand über die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und private Haushalte zu verbessern, führen die Zentralbanken des Euroraums – in Österreich die OeNB – gemeinsam mit der EZB seit Jänner 2003 viermal jährlich eine Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum (Bank Lending Survey, BLS) durch. Im Rahmen dieser Umfrage werden die Kreditmanager führender Banken aus allen Ländern des Euroraums um ihre Einschätzung der Kreditentwicklung im abgelaufenen Quartal sowie einen Ausblick auf das laufende Quartal gebeten.


VERA (Vermögens-, Erfolgs- und Risikoausweis)

Im Rahmen des Vermögens- und Erfolgsausweises werden für Bankkonzerne und für vollkonsolidierte Kreditinstitute im Ausland die Bilanz- und GuV-Positionen sowie Kennzahlen erfasst. Dabei können unterschiedliche Arten der Rechnungslegung – befreiender Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards (z. B. IFRS) oder Konzernabschluss nach BWG/UGB – angewendet werden.


Verbraucherpreisindex (VPI)

Indikator zur Messung der Preisveränderungen bei Gütern und Dienstleistungen, die ein Haushalt im Allgemeinen verbraucht. Zur Berechnung wird der durchschnittliche Preis eines repräsentativen Warenkorbes an Gütern und Dienstleistungen im Zeitverlauf ermittelt – in Österreich von STATISTIK AUSTRIA (www.statistik.at). Neben seiner Rolle als allgemeiner Inflationsindikator wird der VPI auch zur Wertsicherung von Mieten, Unterhaltszahlungen etc. verwendet, sowie als Datenbasis für Lohnverhandlungen und zur Berechnung des realen BIP herangezogen. Auf europäischer Ebene wird primär der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) verwendet.


Vermögensübertragungen

In der Zahlungsbilanz erfasste grenzüberschreitende unentgeltliche Leistungen, die einmaligen Charakter haben und nicht Bestandteil eines laufenden Einkommens sind. Beispiele sind Ein- und Auswanderung, Schuldenerlässe oder Rückflüsse aus dem EU-Haushalt.


Volksbank

Volksbanken sind Kreditgenossenschaften, die vor allem Handel und Gewerbe mit Finanzdienstleistungen versorgen. Die Funktion des Zentralinstitutes in Österreich nimmt die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) wahr.


Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR)

Umfassende, systematische, quantitative Darstellung gesamtwirtschaftlicher Größen einer Volkswirtschaft. Die VGR liefert das für empirische Analysen gesamtwirtschaftlicher Fragen benötigte Datenmaterial. Im Mittelpunkt der VGR steht unter anderem die Berechnung des BIP nach Entstehung, Verteilung und Verwendung. Die Staaten der Europäischen Union gehen bei der Berechnung einheitlich nach dem ESVG 1995 (Europäisches System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen) vor. Damit sind Vergleiche zu anderen Volkswirtschaften möglich. Link: www.statistik.at


Warenkorb

Zusammenstellung jener Güter und Dienstleistungen, die ein repräsentativer Haushalt typischerweise innerhalb eines Jahres konsumiert. Der Warenkorb dient der Ermittlung eines Preisindex, anhand dessen sich die Inflation messen lässt. Üblicherweise bleiben der Warenkorb sowie die Gewichte der einzelnen Güterkategorien über einen bestimmten Zeitraum (z. B. 5 Jahre) konstant. In den 2005 von STATISTIK AUSTRIA (www.statistik.at) festgelegten Warenkorb für die österreichische Inflationsberechnung finden etwa 770 Güter und Dienstleistungen Eingang, deren Preise aus Aufzeichnungen von 8.000 Haushalten über ihre täglichen Ausgaben ermittelt werden.


Zahlungsbilanz

Die Zahlungsbilanz ist eine systematische Darstellung aller wirtschaftlichen Transaktionen zwischen In- und Ausländern in einer gegebenen Periode. Sie besteht im Wesentlichen aus zwei großen Teilbereichen - der Leistungsbilanz und der Kapitalbilanz. Weitere Teilbereiche sind die Vermögensübertragungen und die Statistische Differenz.


Zahlungsbilanz, monetäre Darstellung der

Darstellung der real- und finanzwirtschaftlichen Außenwirtschaftstransaktionen der Nichtbanken, deren Auswertung zeigt, ob und in welcher Form Auslandskapital in den Euroraum fließt und damit geldmengenwirksam werden kann. Stellen Ausleihungen an Nichtbanken im Euroraum den inländischen Einflusskanal der Geldmenge M3 dar, so erfasst die monetäre Darstellung der Zahlungsbilanz den ausländischen Einflusskanal. Per Definition sollte die Summe der Außenwirtschaftstransaktionen der Nichtbanken den transaktionsbedingten Veränderungen der Nettoauslandsforderungen der Banken im Euroraum laut Monetärstatistik entsprechen.


Zweigstelle (Zweiganstalt)

Eine Zweigstelle ist eine Betriebsstelle, die ein rechtlich unselbstständiger Teil eines Kreditinstitutes, eines Finanzinstitutes oder einer Wertpapierfirma ist und unmittelbar sämtliche Geschäfte oder einen Teil der Geschäfte betreibt, die mit der Tätigkeit des jeweiligen Kreditinstitutes, Finanzinstitutes oder der Wertpapierfirma verbunden sind.