Glossar

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Abgabenquote

Anteil des gesamten Aufkommens an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen am Bruttoinlandsprodukt (BIP).


Abschöpfungsmechanismus

Instrumente der Zentralbank, um Liquidität zu absorbieren. Die verfügbare Zentralbankgeldmenge wird reduziert, indem die Zentralbank Einlagen hereinnimmt (Einlagefazilität), Zentralbankgeld bei den Gegenparteien für eine bestimmte Zeit borgt (Repo) oder Wertpapiere verkauft. Die Zentralbank kann zu diesem Zweck auch selbst Wertpapiere (Schuldscheine) begeben. Wie liquiditätsbereitstellende Operationen, können auch die Liquidität absorbierenden Operationen danach unterschieden werden, ob sie auf Initiative der Zentralbank (Offenmarktgeschäfte wie Verkauf von Wertpapieren, Repos, Ausgabe von Schuldscheinen) oder auf Initiative der Banken stattfinden (Einlagefazilität). Die Wahl des Instruments hängt von der Natur des Liquiditätsüberschusses ab (strukturell oder temporär).


Abwertung

Verringerung des Außenwertes einer Währung, entweder ausgelöst durch die Veränderung von Angebot und Nachfrage nach verschiedenen Währungen am Devisenmarkt (bei flexiblen Wechselkursen) oder durch Senkung des Wechselkurses durch die Zentralbank (bei fixen Wechselkursen). Wertet der Euro gegenüber dem US-Dollar ab, so muss für einen US-Dollar ein höherer Euro-Betrag gezahlt werden. Gegenteil: Aufwertung.


Ankerwährung

Ist eine Währung, an die ein Land seine eigene Währung koppelt. Ankerwährungen sind üblicherweise Währungen des größten und dominierenden Handelspartners kleinerer Länder. Für viele Länder in Europa außerhalb des Euroraums dient in ihrer Wechselkurspolitik der Euro als Ankerwährung.


Arbeitslose

Für die Berechnung der Registerarbeitslosenquote zieht man für die Zahl der Arbeitslosen, die beim Arbeitsmarktservice (AMS) registrierten Arbeitsuchenden heran, die nicht in Beschäftigung oder Schulung stehen.

Für die Berechnung der Arbeitslosenquote gemäß Eurostat wird hingegen folgende Definition verwendet: Eine Person gilt dann als arbeitslos, wenn sie bei der Haushaltsbefragung angibt (1) nicht beschäftigt zu sein, (2) einer Beschäftigung nachzugehen zu wollen, (3) innerhalb der letzten zwei Wochen davor aktiv Beschäftigung gesucht zu haben und (4) bereit zu sein, innerhalb von zwei Wochen eine Beschäftigung aufzunehmen.


Arbeitslosenquote

Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen. Die Angaben über die Zahl der Erwerbspersonen können aus Registern von Sozialversicherungsträgern und dem Arbeitsmarktservice (AMS) stammen. In diesem Fall handelt es sich um die Registerarbeitslosenquote. Alternativ werden Haushaltsbefragungen durchgeführt. Auf Basis dieser Daten wird die Arbeitslosenquote gemäß Eurostat ermittelt.


Arbeitslosenquote gemäß Eurostat

Arbeitslosenquote bei der die Zahlen von Arbeitslosen und Erwerbspersonen aus Haushaltsbefragungen (Arbeitskräfteerhebung) ermittelt werden.

Die Arbeitslosenquote gemäß Eurostat eignet sich für internationale Vergleiche. Sie wird nur saisonbereinigt publiziert. Aufgrund definitorischer Unterschiede, sowohl bei den Erwerbspersonen als auch bei den Arbeitslosen, ist die internationale Quote niedriger als die in Österreich übliche Registerarbeitslosenquote.


Arbeitsmarkt

Zusammentreffen von Angebot an Arbeit (durch Arbeitnehmer) und Nachfrage nach Arbeit (durch Arbeitgeber). Der „Arbeitsmarkt“ kann in Teilmärkte, z. B. für bestimmte Berufe oder Qualifikationen, aufgeteilt werden.


Aufwertung

Steigerung des Außenwertes einer Währung, entweder ausgelöst durch die Veränderung von Angebot und Nachfrage nach verschiedenen Währungen am Devisenmarkt (bei flexiblen Wechselkursen) oder durch Erhöhung des Wechselkurses durch die Zentralbank (bei fixen Wechselkursen). Wertet der Euro gegenüber dem US-Dollar auf, so sinkt der für einen US-Dollar zu zahlende Euro-Betrag. Gegenteil: Abwertung.


Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Eine Volkswirtschaft ist außenwirtschaftlich im Gleichgewicht, wenn sich die Zahlungseingänge und -ausgänge laut Leistungsbilanz genau die Waage halten. Defizite oder Überschüsse sind ein Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft im Verhältnis zur Weltwirtschaft. Deshalb ist außenwirtschaftliches Gleichgewicht etwa neben Wirtschaftswachstum, Preisstabilität und niedriger Arbeitslosigkeit eine wirtschaftspolitische Zielvariable.


Auslandsnachfrage

Die Auslandsnachfrage ist die Summe aller Exporte an Waren und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft in sämtliche andere Wirtschaftsräume.


Automatische Stabilisatoren

Bezeichnen jene Einnahmen- und Ausgabenvariablen des öffentlichen Haushalts, die sich automatisch (ohne gezielte wirtschaftspolitische Eingriffe) konjunkturstabilisierend verändern, d. h. in Abschwüngen (Aufschwüngen) die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stimulieren (dämpfen). So bedingt ein Rückgang der Produktion (bei gegebenem Abgabensystem) automatisch eine Verringerung des Steueraufkommens und (bei gegebenem Arbeitslosenversicherungssystem) eine automatische Erhöhung der Sozialleistungen an die privaten Haushalte, sofern die Arbeitslosigkeit steigt. Dies führt zu einer konjunkturell bedingten Verschlechterung des Budgetsaldos. Siehe auch: diskretionäre Fiskalpolitik


Bank of Japan

1882 gegründete Zentralbank Japans mit einem neunköpfigen Leitungsgremium an der Spitze, das ein- bis zweimal pro Monat zu geldpolitischen Sitzungen zusammentritt und nach dem Mehrheitsprinzip entscheidet. Die Sitzungsprotokolle werden mit einem Monat Verzögerungveröffentlicht. Die Bank of Japan verfolgt ein Preisstabilitätsziel, wobei sie Preisstabilität als einen Anstieg des Verbraucherpreisindex (ohne frische Nahrungsmittel) im Bereich von 0% bis 2% definiert. Link:www.boj.or.jp/en/


Barrel

Alte Maßeinheit, in der Rohöl bis heute gehandelt wird. Ein Barrel (englisch für Fass) entspricht etwa 159 Litern.


Basiszinssatz

Der Basiszinssatz ist der gesetzlich definierte Nachfolgezinssatz für den bis Ende 1998 von der OeNB verlautbarten Diskontsatz, soweit dieser als Bezugsgröße in Bundesgesetzen, Verordnungen oder in Vereinbarungen Verwendung findet. Grundlage zur Feststellung von Veränderungen des Basiszinssatzes ist ab 1. August 2002 der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte, wobei erst dessen kumulierte Veränderung um 0,5 Prozentpunkte eine Veränderung des Basiszinssatzes auslöst. Der Basiszinssatz verändert sich regelmäßig in jenem Ausmaß, in dem sich der von der EZB festgelegte Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte um insgesamt mindestens 0,5 Prozent­punkte erhöht oder vermindert hat. Änderungen des Basiszinssatzes werden von der OeNB im Amtsblatt zur Wiener Zeitung verlautbart.


Beschäftigte (Erwerbstätige)

Die Zahl der Beschäftigten kann über Haushaltsbefragungen oder über die Register der Sozialversicherungsträger erfasst werden.

Die Definition für Beschäftigte laut Haushaltsbefragungen, wie sie für die Berechnung der Arbeitslosenquote gemäß Eurostat verwendet wird, umfasst die unselbständig Beschäftigten (in jeglichem Beschäftigungsausmaß) und die Selbständigen. Als beschäftigt gilt eine Person laut Eurostat, wenn sie innerhalb eines Referenzzeitraums (üblicherweise eine Woche) zumindest für eine Stunde einer bezahlten Beschäftigung nachgegangen ist.

Für die Berechnung der Registerarbeitslosenquote werden hingegen nur registrierte unselbständig Beschäftigte laut Sozialversicherungsträgern herangezogen.


Beschäftigungsquote (Erwerbstätigenquote)

Ist der Anteil der Beschäftigten laut Haushaltserhebung an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15-64 Jahre). Diese Definition wird von STATISTIK AUSTRIA für Eurostat ermittelt. Beschäftigungsquoten können auch für Teile der Bevölkerung angegeben werden – so etwa für die Jugendlichen (15-24 Jahre), für Personen im Haupterwerbsalter (25-54 Jahre), so wie für die Älteren (55-64 Jahre).


Binnenmarkt

Abgegrenztes Wirtschaftsgebiet, innerhalb dessen der freie Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital gewährleistet ist. Der 1993 geschaffene europäische Binnenmarkt gilt als Herzstück der EU. Link: http://ec.europa.eu/internal_market/index_de.htm


BIP-Deflator

Inflationsmaß, das als Quotient aus nominellem und realem (preisbereinigtem) BIP errechnet wird. Im Unterschied zu anderen Preisindizes wie dem VPI, beruht der BIP-Deflator nicht auf einem über mehrere Jahre festen Warenkorb, sondern bewertet alle in einem Jahr in der Volkswirtschaft produzierten Güter und Dienstleistungen. Neben dem BIP-Deflator sind auch noch der Konsumdeflator und der Exportdeflator geläufig.


Breakeven-Inflationsrate

Indikator, mit dem die – nicht direkt messbaren – Inflationserwartungen aus Finanzmarktdaten abgeleitet werden. Die Breakeven-Inflationsrate ist die Differenz der Rendite einer herkömmlichen Anleihe und der Rendite einer inflationsindexierten Anleihe mit ansonsten vergleichbaren Charakteristika (insbesondere gleicher (Rest-)Laufzeit). Dabei ist primär die Veränderung der Breakeven-Inflationsrate aussagekräftig, während das Niveau nicht direkt interpretierbar ist.


Bruttoanlageinvestitionen

Aggregat in der Verwendungsrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Darunter fallen beispielsweise Maschinen und Bauinvestitionen. Die Bruttoanlageinvestitionen bilden zusammen mit den Vorratsveränderungen die Bruttoinvestitionen. "Brutto" bedeutet hier sowohl Neuinvestitionen als auch Ersatz verschlissener Investitionen.


Bruttosozialprodukt (BSP, Bruttonationalprodukt, BNP)

Wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft,jedoch erfolgt die Erhebung auf der Basis des so genannten Inländerkonzepts, wonach alle von Inländern (im Inland oder Ausland) produzierten Güter und Dienstleistungen erfasst werden.


Budgetsaldo

Differenz zwischen Staatseinnahmen und -ausgaben. Sind Staatseinnahmen und -ausgaben gleich hoch, so spricht man von einem ausgeglichenen Staatshaushalt. Übersteigen die Ausgaben eines Staates die Einnahmen, liegt ein Budgetdefizit vor. Im umgekehrten Fall spricht man von einem Budgetüberschuss.


Currency-Board-System

Eine besonders strenge Form der Wechselkursbindung, wobei die Landeswährung in einem festen (oft gesetzlich festgelegten) Verhältnis an eine ausländische Ankerwährung bzw. einen Währungskorb gebunden wird. Mit einem Currency-Board-System verpflichtet sich die jeweilige Zentralbank, jeden beliebigen Betrag in Landeswährung jederzeit in die Ankerwährung zu wechseln. Der jederzeitige Umtausch wird durch eine vollständige Deckung der heimischen Geldmenge durch Devisenreserven sichergestellt.


Deflation

Rückgang des allgemeinen Preisniveaus über einen längeren Zeitraum. Deflation steht meist in Verbindung mit einem anhaltenden Rückgang der Wirtschaftsaktivität. Die Gefahr von Deflation liegt in ihrer selbstverstärkenden Wirkung: Rechnen die Konsumenten mit weiter sinkenden Preisen, werden sie große Konsumausgaben aufschieben, was die Rezession verschärft und einen weiteren Preisverfall nach sich zieht. Der für die Wirtschaftsentwicklung relevante Realzinssatz liegt im Deflationsfall über dem Nominalzins. Die Notenbank verliert damit die Möglichkeit, zur Ankurbelung der Wirtschaft die Realzinsen kurzfristig unter Null zu senken. Die Deflationsspirale mit anderen, weniger standardisierten geldpolitischen Maßnahmen zu durchbrechen wird damit zu einer großen Herausforderung für die Geldpolitik. Die Vermeidung von Deflation nimmt daher – ebenso wie die Vermeidung von hoher Inflation – einen zentralen Stellenwert in den geldpolitischen Strategien der wichtigsten Notenbanken weltweit ein. Auch die Definition von Preisstabilität des Eurosystems trägt dieser Tatsache Rechnung.


Denominierung

Die Denominierung eines Wertpapiers ist die Währung, in der der Nominalwert (Nennwert) des Wertpapiers angegeben wird. Der Begriff „Neudenominierung“ bezieht sich auf ein Verfahren, demgemäß die ursprüngliche Denominierung eines in nationaler Währung emittierten Wertpapiers zum unwiderruflich festgelegten Umrechnungs­kurs in Euro geändert wird.


Deregulierung

Beseitigung bzw. Abbau rechtlicher Regelungen, die das Funktionieren der Güter-, Arbeits- und Finanzmärkte einschränken. Als Instrument dient die Strukturpolitik: Sie gibt durch (liberale) Rahmenbedingungen (z. B. mehr Wettbewerb) Leistungsanreize für Unternehmen und Arbeitnehmer.


Dienstleistungen

Tätigkeiten, die im Gegensatz zu Sachleistungen auf immaterielle Weise Bedürfnisse befriedigen bzw. Nutzen stiften. Dienstleistungen bilden in einer modernen Volkswirtschaft den weitaus bedeutendsten Wirtschaftssektor vor dem Industrie- und dem Primärsektor (Bergbau, Landwirtschaft, Fischerei). Im Gegensatz zu Sachleistungen erfolgen Produktion und Konsum oft durch unmittelbare Interaktion zwischen Verbrauchern und Dienstanbietern.


Disinflation

Von Disinflation spricht man, wenn die Inflationsrate nachhaltig zurückgeht, also zum Beispiel von 3% auf 2% sinkt. Zu unterscheiden davon ist Deflation, bei der das absolute Preisniveau über einen längeren Zeitraum sinkt.


Diskretionäre Fiskalpolitik

Sie versucht durch wirtschaftspolitische Maßnahmen (z. B. Konjunkturpakete, Steuerreformen bzw. Strukturreformen etc.) den Konjunkturverlauf aktiv zu beeinflussen. Siehe auch: automatische Stabilisatoren


Economic Sentiment Indicator (ESI)

Stimmungsbarometer der Europäischen Kommission, das verdeutlicht, wie die einzelnen Wirtschaftsbranchen und die Konsumenten EU-weit die Wirtschaftsentwicklung einschätzen. Basiert auf einer monatlichen Umfrage unter etwa 125.000 Betrieben und 40.000 Haushalten. Die Umfrageergebnisse werden als Saldo aus positiven und negativen Antworten veröffentlicht. Der ESI gehört aufgrund seiner langjährigen Verfügbarkeit und der breiten Abdeckung von Sektoren, Ländern und Fragen zu den gängigsten Vorlaufindikatoren.


Effektiver (nominaler, realer) Wechselkurs

Der nominal-effektive Wechselkurs ist der gewichtete Durchschnitt verschiedener bilateraler Wechselkurse. Der real-effektive Wechselkurs ist außerdem noch preisbereinigt – d. h. um den Unterschied zwischen den gewichteten durchschnittlichen ausländischen und inländischen Preisen oder Kosten bereinigt. Real-effektive Wechselkurse stellen einen Indikator für die preisliche Wettbewerbsfähigkeit eines Landes dar. Die Wahl der Währungen und Gewichte richtet sich nach der jeweiligen ökonomischen Fragestellung; am gebräuchlichsten ist die Verwendung von Außenhandelsgewichten.


Einkaufsmanagerindex (EMI)

Basiert auf einer monatlichen repräsentativen Umfrage unter Managern großer Betriebe (ursprünglich im Industriesektor, nun auch im Dienstleistungs- und Bausektor) zu Produktion, Auftragseingängen oder Lagerbeständen. Der Index ist so normiert, dass Werte unter (über) 50 einer Verschlechterung (Verbesserung) der konjunkturellen Lage entsprechen. Der Industrie-EMI wird für die wichtigsten Industrieländer weltweit ermittelt, u. a. auch für Österreich. Im Vergleich zu anderen Vorlaufindikatoren wird dem EMI eine besonders lange Vorlaufzeit in Bezug auf die künftige Wirtschaftsentwicklung zugeschrieben.


Erwerbspersonen (Arbeitsangebot, Arbeitskräftepotenzial)

Summe von Beschäftigten und Arbeitslosen.


Erwerbsquote (Partizipationsrate)

Ist der Anteil der Erwerbspersonen laut Haushalterhebung an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15-64 Jahre). Diese Definition wird von STATISTIK AUSTRIA für Eurostat ermittelt. Erwerbsquoten können auch für Teile der Bevölkerung angegeben werden – so etwa für die Jugendlichen (15-24 Jahre), für das Haupterwerbsalter (25-54 Jahre), so wie für die Älteren (55-64 Jahre).


Euro (EUR)

Gemeinsame Währung des Euroraums. Der Euro wurde am 1. Jänner 1999 als Buchgeld und am 1. Jänner 2002 als Bargeld in 11 Staaten eingeführt. Inzwischen haben 17 EU-Staaten oder rund 330 Millionen Menschen den Euro als Währung. Viele andere Länder orientieren ihre Geldpolitik am Euro als Ankerwährung. Der Euro hat sich nach dem US-Dollar als zweitwichtigste internationale Währung etabliert.


Euroisierung

Die einseitige Einführung des Euro als gesetzliches Zahlungsmittel in einem Land, das nicht der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion angehört. Die Euroisierung ist ein Extremfall eines Currency-Boards, da die Ankerwährung (hier der Euro) die eigene Währung komplett ersetzt. Ferner wird darunter auch oft die alltägliche Verwendung des Euro in Ländern in denen dieser nicht gesetzliches Zahlungsmittel ist verstanden.


Europäisches System der Zentralbanken (ESZB)

Das ESZB umfasst die EZB und die Zentralbanken der derzeit 27 EU-Mitgliedstaaten.


Euroraum (EU-17, Euro-Länder)

Euro-Währungsgebiet bestehend aus derzeit 17 EU-Ländern, die den Euro eingeführt haben.


Eurosystem

Umfasst die EZB und die 17 nationalen Zentralbanken jener EU-Mitgliedstaaten, die den Euro eingeführt haben. Der Begriff „Eurosystem“ wurde eingeführt, um das Zentralbankensystem, das die Geld- und Währungspolitik des Euroraums durchführt, unmissverständlich zu definieren. Solange es EU-Mitgliedstaaten gibt, die nicht dem Euroraum angehören, werden das Eurosystem und das ESZB nebeneinander bestehen. Grundlegende Aufgaben des Eurosystems sind: Festlegung und Ausführung der Geldpolitik, Durchführen von Devisengeschäften, Halten und Verwalten der offiziellen Währungsreserven, Förderung des reibungslosen Funktionierens der Zahlungssysteme.


Expansion

Aufschwungphase innerhalb eines Konjunkturzyklus mit wachsender gesamtwirtschaftlicher Produktion. Siehe auch: Rezession, Stagnation


Expansive/restriktive Geldpolitik (kontraktive Geldpolitik)

Betreibt eine Notenbank expansive Geldpolitik, erhöht sie z. B. über Offenmarktgeschäfte die effektive Geldmenge (d. h. das Geld, das sich im Umlauf befindet). Damit sinkt der nominelle kurzfristige Zinssatz, was die Haltung des zusätzlichen Geldangebots attraktiver macht. Bei konstanten Inflationserwartungen sinkt damit auch der reale, d. h. um die Inflation bereinigte, kurzfristige Zinssatz. Expansive Geldpolitik wird zur Ankurbelung der Wirtschaft verwendet, kann aber bei übermäßiger Ausweitung auch zu einer Überhitzung der Wirtschaft und damit zu steigender Inflation führen. Das Gegenteil ist die restriktive (= kontraktive) Geldpolitik, bei der die Geldmenge verringert wird, wodurch sich der kurzfristige nominelle Zinssatz erhöht. Ziel der restriktiven Geldpolitik ist es in einer Hochkonjunktur eine Überhitzung der Wirtschaft mit der Folge steigender Inflation zu verhindern.


EZB (Europäische Zentralbank)

Ist die Zentralbank für die gemeinsame europäische Währung, den Euro. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Kaufkraft des Euro und somit Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Seit dem 1. Januar 1999 ist die EZB für die Durchführung der Geldpolitik im Euro-Währungsgebiet – dem zweitgrößten Wirtschaftsraum der Welt nach den Vereinigten Staaten – verantwortlich. Dabei kooperiert sie eng mit den nationalen Zentralbanken des Eurosystems. Die EZB wird vom Direktorium, bestehend aus Präsidenten, Vizepräsidenten und vier weiteren Direktoren, geleitet. Die Beschlussorgane der EZB sind der EZB-Rat, das Direktorium und der Erweitertete Rat. Link: http://www.ecb.int/


EZB-Rat (Rat der Europäischen Zentralbank)

Trägt als oberstes Beschlussorgan der EZB die Verantwortung für den geldpolitischen Kurs im Euroraum: er formuliert die geldpolitischen Ziele, setzt die Leitzinsen und bestimmt über Höhe und Einsatz der Währungsreserven. Der EZB-Rat besteht aus den Mitgliedern des EZB-Direktoriums und den Gouverneuren der Zentralbanken des Euroraums, und tritt in der Regel vierzehntägig zu Sitzungen zusammen.


Federal Open Market Committee (FOMC)

Wichtigstes Gremium des Federal Reserve System, in dem die Entscheidungen über die Geld- und Währungspolitik der Vereinigten Staaten fallen. Dem FOMC gehören die sieben Mitglieder des Board of Governors sowie die zwölf Vorsitzenden der regionalen Federal Reserve Banks an, von denen jedoch nur fünf stimmberechtigt sind. Geldpolitische Sitzungen finden regulär achtmal im Jahr statt, das Sitzungsprotokoll wird mit drei Wochen Verzögerung veröffentlicht. Zielsetzung der Geldpolitik ist es, einen hohen Beschäftigungsstand, stabile Preise und moderate langfristige Zinsen zu erreichen. Link: http://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/fomc.htm


Fester Wechselkurs

Bei einem festen Wechselkurs legt ein Staat längerfristig ein festes Umtauschverhältnis zu einer anderen ausländischen Währungseinheit, Gold oder einem Währungskorb in inländischer Währung fest. Siehe auch: Currency Board


Finanzierungssaldo laut ESVG 95 (Defizit bzw. Saldo des Gesamtstaates)

Ein negativer Finanzierungssaldo (gesamtstaatliches Defizit) bedeutet, dass sich das Nettofinanzvermögen des Staates innerhalb des Finanzjahres verringert hat. Der Salden- bzw. Defizitbegriff des ESVG 95 spiegelt daher nicht administrative Ausgaben und Einnahmen wider (wie der Nettodefizitbegriff), sondern die Veränderungen der Verbindlichkeiten und Forderungen.


Finanzierungssaldo laut Maastricht (Defizit bzw. Saldo des Gesamtstaates)

Die Salden- bzw. Defizitdefinition lt. Maastricht weicht von jener nach ESVG 95 hinsichtlich der Behandlung von Zinsströmen von derivativen Finanztransaktionen (SWAPS, Forward-Rate-Agreements) und damit in der Berechnung des Zinsaufwandes des Staates ab. Diese werden lt. ESVG 95 als reine finanzielle Transaktionen betrachtet und gehen daher in die Berechnung des Zinsaufwandes und damit in weiterer Folge in die Berechnung des Finanzierungs-/Budgetsaldos des Staates nicht ein. Bei der Berechnung des Zinsaufwands bzw. bei der Ermittlung des Budgetsaldos lt. Maastricht werden sie jedoch einberechnet. Der Maastricht-Zinsaufwand spiegelt (indem er die de facto-Zinsleistung des Staates für die öffentliche Verschuldung erfasst) die Sicht des Schuldners wider.


Flexibler Wechselkurs

Bei flexiblen Wechselkursen kommt die Wechselkursbildung durch Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt zustande.


Floating

Wechselkursregime, bei dem die Wechselkursbildung dem Angebot und der Nachfrage am Devisenmarkt überlassen wird.


Forschungsquote

Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am BIP.


Gegenposten zu M3

Gegenposten zur Geldmenge M3 bilden vor allem Kredite an Unternehmen oder private Haushalte und alle anderen Bilanzpositionen aus der konsolidierten Bilanz der Monetären Finanzinstitute (MFIs), die nicht in M3 eingerechnet werden.


Geldmenge (Geldaggregat)

Bestand an Zahlungsmitteln einer Volkswirtschaft. Der Begriff wird mit Blick auf seine Eignung als geldpolitische Steuer- und Zielgröße verschieden abgegrenzt. Das Eurosystem unterscheidet die Geldmengen M1, M2 und M3.


Geldmenge M1 (M1)

Eng gefasstes Geldmengenaggregat, das den Bargeldumlauf und die täglich fälligen Einlagen bei Monetären Finanzinstituten (MFIs) und beim Staat umfasst.


Geldmenge M2 (M2)

Mittleres Geldmengenaggregat, das neben M1 noch kurzfristige Spareinlagen (mit bis zu drei Monaten Kündigungsfrist) und kurzfristige Termineinlagen (mit bis zu zwei Jahren Laufzeit) bei MFIs und Staat umfasst.


Geldmenge M3 (M3)

Weit gefasstes Geldmengenaggregat, das neben M2 noch marktfähige Finanzinstrumente – insbesondere Rückkaufsvereinbarungen, Geldmarktfondsanteile und MFI-Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit – umfasst.


Geldpolitik

Maßnahmen die Zentralbanken ergreifen, um die Erreichung ihrer Ziele sicherzustellen. Das Hauptinstrument zur Steuerung der Zinskonditionen und der Knappheitsverhältnisse am Geldmarkt (expansive/restriktive Geldpolitik) sind die sogenannten Offenmarktgeschäfte. Vorrangiges Ziels des Eurosystems ist in Preisstabilität zu gewährleisten. In zweiter Linie unterstützt es auch die allgemeine Wirtschaftspolitik der EU – soweit dies ohne Beeinträchtigung des Ziels der Preisstabilität möglich ist.


Geldschöpfung

Vermehrung der Geldmenge durch das Bankensystem, d. h. Schaffung zusätzlichen Geldes. Träger der Geldschöpfung sind Zentralbanken (Zentralbankgeldschöpfung) und Geschäftsbanken (Giralgeldschöpfung). Im Rahmen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs im Bankensystem – konkret durch die Gewährung von Krediten auf Basis der hereingenommenen Einlagen – findet Geldschöpfung statt, indem Banken den jeweils vereinbarten Kreditbetrag auf dem Girokonto des Kreditnehmers gutschreiben, wird dieser Kreditbetrag zu Buchgeld und zur Ausgangsbasis für weitere Kredite.


Geldvermögen und Geldverpflichtungen

Bestand der finanziellen Forderungen bzw. Verpflichtungen der inländischen volkswirtschaftlichen Sektoren gegenüber in- und ausländischen Schuldnern zum Ende einer Berichtsperiode.


Gesamtstaatliche Defizitquote laut Maastricht

Diese stellt das gesamtstaatliche Defizit lt. Maastricht in Beziehung zur Wirtschaftsleistung (= Bruttoinlandsprodukt) einer Volkswirtschaft. Die gesamtstaatliche Defizitquote zählt zu den sogenannten Konvergenzkriterien des Vertrags von Maastricht (Vertrag über die Europäische Union).


Gesetzliches Zahlungsmittel

Zahlungsmittel, das Gläubiger Kraft Gesetzes zur Erfüllung einer Geldschuld verlangen können und entgegennehmen müssen. Den Charakter eines gesetzlichen Zahlungsmittels haben nur Papier- und Metallgeld – nicht aber Buchgeld. In Österreich sind seit 1. März 2002 Euro-Banknoten und -Münzen die alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel.


Gewinnaufschlag (Markup)

Prozentsatz, um den ein Unternehmen den Verkaufspreis höher ansetzt, als rein zur Deckung der Produktionskosten notwendig ist.


Gewinnquote

Anteil der Gewinneinkommen, d. h. Einkommen aus Vermögen (Dividenden, Zinsen, Mieten) und unternehmerischen Tätigkeiten, am BIP bzw. am Volkseinkommen. Die Gewinnquote ist eine Kennzahl für die funktionelle Einkommensverteilung in einer Volkswirtschaft, da sie angibt, welcher Anteil am gesamtwirtschaftlichen Einkommen auf Unternehmer und Vermögensbesitzer entfällt. Ihre Gegengröße ist die Lohnquote.


Goldparität

Staatlich oder durch internationale Vereinbarungen festgelegte Goldmenge, die man für eine Währungseinheit erhält. So war der Wert des US-Dollar im Bretton-Woods-System (1944-1973) mit 35 $ je Unze Gold festgelegt. Die Goldparität wurde letztlich durch die Sonderziehungsrechte des IWF ersetzt.


Hyperinflation

Extreme Form der Inflation; die Preise erhöhen sich sehr schnell, manchmal sogar mehrmals an einem Tag. Obwohl keine allgemein gültige Definition existiert, spricht man einer Faustregel zufolge ab einer Inflationsrate von über 50% pro Monat von Hyperinflation.


IHS (Institut für höhere Studien)

Österreichisches postgraduales Ausbildungs- und Wirtschaftsforschungsinstitut. Das IHS erstellt u. a. neben WIFO und OeNB regelmäßig makroökonomische Prognosen für Österreich und wirtschaftswissenschaftliche Analysen. Link: http://www.ihs.ac.at/


Import-/Exportquote

Anteil der Exporte bzw. Importe am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Export- und Importquoten sind wichtige Indikatoren für die Integration eines Landes in die Weltwirtschaft; in Summe ergeben sie den Offenheitsgrad einer Volkswirtschaft.


Industrieproduktion

Sachgüter, die durch den verarbeitenden (sekundären) Sektor erwirtschaftet werden. Der Index der Industrieproduktion (zeigt die Veränderung der Menge an produzierten Gütern an) gilt als wichtiger Vorlaufindikator und signalisiert, ob sich eine Volkswirtschaft im Auf- oder Abschwung befindet.


Inflation

Anstieg des allgemeinen Preisniveaus über einen längeren Zeitraum, womit die Kaufkraft der Währung des Landes/Währungsraums sinkt.


Inflationsbeitrag

Gibt an welchen Anteil einzelne Güter- und Dienstleistungskategorien an der gesamten Inflationsentwicklung haben. Dafür ist einerseits relevant, wie stark sich die Preise in diesem Segment verändert haben, andererseits welches Gewicht diese Güter bzw. Dienstleistungen innerhalb des für die Berechnung der Inflationsrate relevanten Warenkorbes haben.


Inflationserwartungen

Die Einschätzung der Wirtschaftsakteure hinsichtlich der zukünftigen Inflationsrate hat einen wesentlichen Einfluss auf die tatsächliche weitere Inflationsentwicklung und ist daher für die Geldpolitik von hoher Relevanz. Nachdem die Inflationserwartungen jedoch nicht direkt messbar sind, werden sie im Rahmen von Umfragen ermittelt oder als so genannte Breakeven-Inflationsrate aus Finanzmarktdaten abgeleitet.


Inflationsrate

Misst die prozentuelle Veränderung des allgemeinen Preisniveaus innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Dabei wird der Preis eines bestimmten Warenkorbes von Gütern und Dienstleistungen zu zwei Zeitpunkten – üblicherweise im Jahres- oder Monatsabstand – verglichen. Verteuert sich der Warenkorb über einen längeren Zeitraum stetig, spricht man von Inflation. Ein weiteres Inflationsmaß ist der BIP-Deflator.


Inlandsnachfrage (Binnennachfrage)

Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern sowie Dienstleistungen innerhalb einer Volkswirtschaft. Gemeinsam mit der Auslandsnachfrage bildet sie die Gesamtnachfrage.


Internationale Währung

Die internationale Rolle einer Währung wird üblicherweise an ihren Funktionen als Anlage- und Emissionswährung, Reservewährung, Fakturierungs- und Transaktionswährung sowie als Ankerwährung für die Wechselkurspolitik gemessen. Die bedeutendste internationale Währung ist der US-Dollar, der in vielen der angeführten Funktionen den weltweit höchsten Anteil aufweist. Der Euro hat sich in nur wenigen Jahren ebenfalls zu einer Weltwährung entwickelt und die Dominanz des US-Dollar verringert. Herausragend ist, dass sich der Euro weltweit zur wichtigsten Fakturierungswährung bei Außenhandelsgeschäften entwickelt hat. Darüber hinaus orientieren rund 40 Länder ihre Wechselkurspolitik am Euro.


Kapazitätsauslastung

Grad der Verwendung der maximalen Produktions- bzw. Leistungskapazität eines Unternehmens oder der gesamten Volkswirtschaft. Als Indikator misst sie somit die Relation zwischen potenzieller Produktion (Ausstoß bei Vollauslastung aller Produktionsfaktoren) und tatsächlicher Produktion.


Kapitalbilanz

Als Teilbilanz der Zahlungsbilanz reflektiert die Kapitalbilanz sämtliche Kapitalbewegungen zwischen einer Volkswirtschaft und dem Ausland. Sie gliedert sich in die Teilbilanzen „Direktinvestitionen“, „Portfolioinvestitionen“, „Sonstige Investitionen“ (enthält insbesondere Kredite und Einlagen), „Finanzderivate“ und „Offizielle Währungsreserven“.


Kaufkraft

Menge aller Güter, die um einen bestimmten Geldbetrag zu kaufen sind. Sie gilt als Maß für den Wert des Geldes. Die Veränderung der Kaufkraft wird in der Regel mit Verbraucherpreisindizes und der daraus abgeleiteten Inflationsrate gemessen.


Kaufkraftparität (KKP)

Das Theorem der Kaufkraftparität besagt, dass Güter gemessen an der Kaufkraft in jedem Land – zum jeweiligen Wechselkurs umgerechnet – gleich teuer sind. Existieren Preisunterschiede werden diese der KKP zufolge durch internationale Arbitrage ausgeglichen. Die Kaufkraftparität bezieht sich nicht auf einzelne Güter, sondern auf einen Warenkorb. Berechnungen zur KKP werden laufend von der OECD durchgeführt.


Kerninflation

Bei der Messung der Kerninflation bleiben im Gegensatz zum VPI besonders volatile Inflationskomponenten des VPI-Warenkobs unberücksichtigt, wodurch sich ein geglätteter Inflationsverlauf ergibt. Die Statistik kennt mehrere Ansätze zur Messung der Kerninflation, am gängigsten sind jene, die permanent dieselben Gütergruppen wie Energie oder unverarbeitete Nahrungsmittel aus dem Preisindex ausschließen. Einige Notenbanken richten ihre geldpolitischen Entscheidungen auf die Kerninflationsrate aus; das Eurosystem hingegen hat seine Preisstabilitäts-Definition auf den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) abgestellt.


Konjunktur (Konjunkturzyklus)

Wirtschaftslage bzw. zyklische Schwankungen der ökonomischen Aktivität einer Volkswirtschaft. Als zentraler Konjunkturindikator wird die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes eines Landes herangezogen. Die Konjunktur lässt sich in vier Phasen, sogenannte Zyklen, einteilen: Aufschwung (Expansion), Hochkonjunktur (Boom), Abschwung (Rezession) und Tiefphase (Depression). Während Aufschwung und Hochkonjunktur auf eine wachsende gesamtwirtschaftliche Produktion, hohe Beschäftigung, aber auch ein steigendes Preisniveau hinweisen, gilt für den Abschwung und das Tief das Gegenteil.


Konjunkturindikator der OeNB

Vierteljährlich von der OeNB veröffentlichter Indikator zur kurzfristig (laufendes und kommendes Quartal) erwarteten Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Österreich. Die OeNB weist dabei die Wachstumsrate des BIP in Österreich im Vergleich zum Vorquartal und Vorjahresquartal aus.


Konjunkturpolitik

Die Gesamtheit aller Maßnahmen der Wirtschafts-, Fiskal- und Geldpolitik, die darauf gerichtet sind, die Schwankungen der Konjunktur auszugleichen bzw. zu glätten. In Phasen schwachen Wirtschaftswachstums und fallender Inflation senkt dieGeldpolitik die Leitzinsen und der Staat erhöht durch verstärkte Ausgaben das Budgetdefizit, um die Nachfrage zu stützen. Umgekehrt hebt die Geldpolitik bei einer Konjunkturüberhitzung die Leitzinsen an und der Staat vermindert das Budgetdefizit, um Nachfrage und Preisauftrieb zu dämpfen.


Konvergenz

Annäherung verschiedener Volkswirtschaften hinsichtlich ihres wirtschaftlichen Entwicklungsniveaus oder bestimmter ökonomischer Strukturmerkmale. Die Konvergenz kann anhand einer Vielzahl ökonomischer Messgrößen untersucht werden. Im Rahmen der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) hat die Konvergenz (Konvergenzkriterien) besondere Wichtigkeit erlangt.


Konvergenzkriterien

Im Maastricht-Vertrag definierte Kriterien für die Teilnahme an der dritten Stufe der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion und damit für die Einführung des Euro. Die vier (wirtschaftlichen) Kriterien sind: 1) stabile Preise: Die Inflationsrate liegt maximal 1,5 Prozentpunkte über jener der drei preisstabilsten EU-Mitgliedstaaten, 2) stabile langfristige Zinsen: der langfristige Zinssatz liegt maximal 2 Prozentpunkte über jenem der drei preisstabilsten EU-Mitgliedstaaten, 3) gesunde öffentliche Finanzen: das öffentliche Defizit liegt nicht über 3 % des BIP und die öffentliche Verschuldung nicht über 60 % des BIP oder ist zumindest hinreichend rückläufig, d. h. sie nähert sich zügig der 60%-Marke, und 4) stabile Wechselkurse: die zulässige Schwankungsbreite der Wechselkurse im WKM II wird seit mindestens zwei Jahren ohne starke Spannungen eingehalten und es erfolgte keine einseitige Abwertung gegenüber dem Euro. Daneben ist für die Konvergenzbeurteilung aber auch die Vereinbarkeit der innerstaatlichen Rechtsvorschriften mit dem EG-Vertrag bzw. dem ESZB/EZB-Statut wichtig („rechtliche Konvergenz“): Dazu zählen insbesondere die Unabhängigkeit der nationalen Zentralbank und ihre Integration in das Eurosystem.


Konvergenzprogramme

Mittelfristige Planungen und Annahmen über die Entwicklung wichtiger ökonomischer Größen im Hinblick auf die Erreichung des im Stabilitäts- und Wachstumspakt festgelegten mittelfristigen Ziels von Budgetüberschüssen oder nahezu ausgeglichenen öffentlichen Haushalten. Konvergenzprogramme werden jährlich von den nicht an der Währungsunion teilnehmenden EU-Ländern erstellt und von der EU-Kommission und dem Wirtschafts- und Finanzausschuss geprüft.


Konvertibilität (Konvertierbarkeit)

Volle Konvertibilität ist gegeben, wenn jede inländische und ausländische Person berechtigt ist, jede beliebigeWährungfrei und ungehindert zum allgemein gültigen Wechselkurs gegen eine andere Währung zutauschen, zu transferieren oder alsGuthabenzu halten.Der Euro ist eine solche voll konvertible Währung.


Kreditklemme (credit crunch)

Wird eine durch Refinanzierungsbeschränkungen verursachte Verknappung des Kreditangebots der Banken bezeichnet, die über eine konjunkturbedingte Abschwächung der Kreditnachfrage oder eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit hinausgeht.


Kreditwachstum

Steigende Kreditnachfrage von Unternehmen und/oder privaten Haushalten, die auf eine günstige Konjunkturentwicklung hinweist. Da Kredite aufgenommen werden, um Ausgaben für Konsum und Investitionen zu tätigen, wird die Wirtschaft angekurbelt.


Langzeitarbeitslosigkeit

Form der Arbeitslosigkeit, bei der die betroffenen Personen seit mindestens 12 Monaten (oder je nationaler Definition einem anderen Zeitraum) arbeitslos sind.


Leitkurs

Im Rahmen eines Systems fester Wechselkurse festgesetztes Austauschverhältnis zwischen zwei Währungen, an dem sich die Wechselkurspolitik (üblicherweise mittels einer Bandbreite) orientiert. Zum Beispiel bewegen sich die am Wechselkursmechanismus II teilnehmenden Währungen innerhalb eines Schwankungsspielraums von ±15% um einen Leitkurs zum Euro.


Leitzinsen

Zinssätze, zu denen Zentralbanken den Kreditinstituten Zentralbankgeld zur Verfügung stellen.


LIBOR (London Interbank Offered Rate)

Der LIBOR ist ein repräsentativer Zwischenbanken-Zinssatz für Termingelder mit einer Laufzeit von 1 Woche bis zu 12 Monaten in verschiedenen Währungen (z. B USD, GBP, JPY, CHF, …).  Er dient als Referenz für viele Finanzprodukte wie Spareinlagen oder Hypothekarkredite (z. B. 1 Prozentpunkt Aufschlag auf den Dreimonats-LIBOR).


Liquiditätsfalle

Situation, in der eine Erhöhung des Geldangebots (= expansive Geldpolitik) keine senkende Wirkung mehr auf den kurzfristigen Zinssatz (beispielsweise bei einem Zinssatz nahe Null) hat.


Lohn

Arbeitsentgeltunselbständig Beschäftigter für einen bestimmtenZeitraumbzw. eine bestimmteLeistung.Im engeren Sinn das Arbeitseinkommen von Arbeitern; im weiteren Sinn Bezeichnung für Arbeitnehmerentgelt, also auch für Bezüge (Gehalt) von Angestellten und Beamten.


Lohnquote

Die unbereinigte Lohnquote errechnet sich aus dem Verhältnis von Einkommen aus nicht-selbständiger Arbeit (Arbeitnehmerentgelt) zum Volkseinkommen. Alternativ ist es auch üblich, wie es z. B. OECD und EU-Kommission bzw. Eurostat machen, an Stelle des Volkseinkommens das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Nenner zu verwenden. Die Lohnquote ist ein wichtiger Indikator für die funktionelle Einkommensverteilung, da sie angibt, welcher Anteil am gesamtwirtschaftlichen Einkommen auf die Arbeitnehmer entfällt. Die komplementäre Größe zur Lohnquote ist die sog. Gewinnquote.


Lohnstückkosten

Die auf eine bestimmte Leistungseinheit entfallenden Lohnkosten (zum Beispiel die Lohnkosten, die für die Produktion eines PKW anfallen). Die nominellen Lohnstückkosten berechnen sich als der Quotient der nominellen Arbeitnehmerentgelte je Arbeitnehmer und des realen Bruttoinlandsprodukts je Beschäftigten. Sie sind ein aussagekräftiger Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft.


Marginaler Zinssatz

Zinssatz, bei dem das gewünschte Zuteilungsvolumen beim Zinstenderverfahren (Zinstender) erreicht wird.


Mengennotierung

Eine der beiden Möglichkeiten den nominalen Wechselkurs auszudrücken. Die Mengennotierung gibt den Preis einer Einheit der inländischen Währung (z. B. Euro) in Einheiten der ausländischen Währung (z. B. US-Dollar) an, d. h. 1 EUR = x USD. Die EZB stellt den Wechselkurs des Euro immer auf diese Weise dar; das Gegenteil ist die Preisnotierung (x EUR = 1 USD).


Mikrowarenkorb

Misst die Preisentwicklung der Güter und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, die mitunter erheblich von der allgemeinen Preisentwicklung abweichen kann. Das Inflationsempfinden der Bevölkerung wird mit diesem Warenkorb besser reflektiert als durch den VPI-Warenkorb. Im Mikrowarenkorb von STATISTIK AUSTRIA sind etwa 20 Güter erfasst.


Miniwarenkorb

Misst die Preisentwicklung von wöchentlich gekauften Gütern und Dienstleistungen, die mitunter erheblich von der allgemeinen Preisentwicklung abweichen kann. Das Inflationsempfinden der Bevölkerung wird mit diesem Warenkorb besser reflektiert als durch den VPI-Warenkorb. Im Miniwarenkorb von STATISTIK AUSTRIA sind etwa 55 Güter erfasst.


Nettoauslandsverschuldung

Durch die Nettoverschuldung der Wirtschaft können die Leistungsbilanzdefizite (Leistungsbilanz) finanziert werden. Legt man die Nettoforderungen der OeNB (Währungsreserven) und die Nettoverschuldung der übrigen volkswirtschaftlichen Sektoren zusammen, so ergibt sich die Nettoauslandsposition Österreichs. Sie ist nahezu ein Spiegelbild der bisherigen Leistungsbilanzentwicklung.


Nettodefizit

Überhang der Ausgaben über die Einnahmen des Allgemeinen Haushalts laut Bundesfinanzgesetz bzw. Bundesrechnungs-abschluss.


Offenmarktgeschäfte

Geldpolitische Operation, die auf Initiative der Zentralbank erfolgt und bei der die Zentralbank im Tausch gegen Zentralbankgeld Wertpapiere hereinnimmt oder abgibt. Solche Geschäfte können „endgültig“ (definitiv) oder „auf Zeit“ als befristete Transaktionen erfolgen. Letztere können gemäß einer Rückkaufsvereinbarung als Wertpapierpensionsgeschäft oder auf Verpfändungsbasis abgewickelt werden.

Im Eurosystem sind Offenmarktgeschäfte das wichtigste Instrument zur Steuerung der Liquiditätsversorgung. Das Eurosystem verwendet dabei ausschließlich befristete Transaktionen.


Öffentliche Haushalte

Zum Sektor öffentliche Haushalte (Staat) zählen der Zentralstaat (Bund) sowie die Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen. Die staatlichen Budgets werden hauptsächlich direkt oder indirekt aus Pflichtabgaben der anderen Wirtschaftssektoren gespeist. Ihre Hauptfunktion ist es nicht-marktbestimmte Waren und Dienstleistungen für den Individual- und Kollektivverbrauch zu produzieren und/oder Transaktionen zur Umverteilung des Volkseinkommens und –vermögens vorzunehmen.


Öffentlicher Konsum

Gelten alle laufenden Ausgaben sämtlicher öffentlicher Verwaltungseinheiten (Zentralstaat, Regionen, Gemeinden – Staatskonsum) sowie öffentlicher nicht Gewinn orientierter Wirtschaftsunternehmen. Alle laufenden Kosten für Dienstleistungen, die der Staat nicht auf dem Markt anbietet (Beamtengehälter, Transferzahlungen, etc.) gelten als öffentlicher Konsum. Damit  werden auch öffentliche Investitionen (Ausgaben für Infrastruktur etc.) unter öffentlichem Konsum subsumiert.


Österreichischer Stabilitätspakt (ÖSP)

Vereinbarung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden zwecks Regelung derinnerstaatlichen Haushaltskoordinierung, mittelfristigen Budgetorientierung und Aufteilung der Konsolidierungsverpflichtungen zur Erfüllung der Zielsetzungen des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaktes durch den Gesamtstaat Österreich.


Outputlücke (Produktionslücke)

Misst den Abstand zwischen der tatsächlichen Produktion einer Volkswirtschaft und ihrem Potenzialoutput – einer Schätzung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft unter der Annahme, dass sämtliche verfügbare Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital, etc.) ausgelastet sind. Eine positive Outputlücke kann auf eine Überhitzung der Wirtschaft und einen bevorstehenden Anstieg der Inflation hinweisen, während eine negative Outputlücke freie Kapazitäten und einen Inflationsrückgang signalisiert.


Preisindex

Um einen Preisindex zu ermitteln werden Preise von Gütern und Dienstleistungen laufend (meist monatlich) aufgezeichnet. Die Einzelpreise werden mit ihrem Anteil in einem repräsentativen Warenkorb multipliziert („gewichtet“) und aufaddiert. Um die effektive Preisänderung über die Zeit berechnen zu können, werden die definierten Gewichte über einen längeren Zeitraum konstant gehalten. Preisindizes wie der Verbraucherpreisindex (VPI) oder der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) sind die Basis für die Berechnung der Inflationsrate.


Preisnotierung

Eine der beiden Möglichkeiten den nominalen Wechselkurs auszudrücken. Die Preisnotierung gibt den Preis einer Einheit der ausländischen Währung (z. B. US-Dollar) in Einheiten der inländischen Währung (z. B. Euro) an, d. h. 1 USD = x EUR. Dies ist die in den USA und den Nicht-Euroraum-Ländern übliche Notierung. Das Gegenteil ist die Mengennotierung (1 EUR = x USD).


Preisstabilität

Preisstabilität ist gegeben, wenn sich das gesamtwirtschaftliche Preisniveau gar nicht oder nur wenig ändert. Die Gewährleistung der Preisstabilität ist das vorrangige Ziel des Eurosystems, wobei Preisstabilität als ein Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro-Währungsgebiet von unter, aber nahe 2% gegenüber dem Vorjahr definiert ist. Dieses Ziel ist mittelfristig zu erreichen. Während sowohl hohe Inflation als auch Deflation mit erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten verbunden sind, schafft Preisstabilität die besten Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und einen hohen Beschäftigungsstand.


Privater Konsum

Ausgaben der privaten Haushalte (sowie selbständiger Einzelunternehmungen) für den Endverbrauch von Gütern und Dienstleistungen im Inland. Gemeinsam mit dem öffentlichen Konsum, den Bruttoinvestitionen und dem Außenhandel ist er Teil der Verwendungsrechnung in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.


Produktionspotenzial

Bezeichnet die gesamtwirtschaftliche Produktion, die bei Ausnutzung aller Produktionsfaktoren (z. B. Arbeit, Kapital) erreichbar wäre. Ein Vergleich des Produktionspotenzials mit den tatsächlich produzierten Gütern und Dienstleistungen (Bruttoinlandsprodukt) lässt erkennen, inwieweit die Produktionskapazitäten ausgelastet sind (siehe Produktionslücke), und gibt damit Aufschluss über die konjunkturelle Situation eines Landes.


Prognose

Prognosen sind Vorhersagen, die auf Basis von ökonometrischen Modellen und empirischen Beobachtungen gemacht werden. Die OeNB veröffentlicht zweimal im Jahr (im Juni und Dezember) eine gesamtwirtschaftliche Prognose für Österreich.


Quantitative Lockerung

Spezielle geldpolitische Maßnahme, zu welcher Zentralbanken greifen, wenn ihre Leitzinsen bereits auf null oder fast auf null gesetzt wurden und weiterhin eine geldpolitische Lockerung – also eine Erhöhung der Geldmenge – erforderlich ist. In diesem Fall wird die Zentralbank versuchen, durch Aufkauf von Wertpapieren weiterhin die Wirtschaft mit mehr Geld zu versorgen.


Realer Wechselkurs

Vergleicht die Kaufkraft zweier oder mehrerer Währungen. Dabei wird das Preisniveau eines repräsentativen Warenkorbes im Inland dem wechselkursbereinigten Preisniveau eines vergleichbaren Warenkorbes im Ausland gegenübergestellt. Die Veränderung des realen Wechselkurses stellt eine wichtige Maßzahl für die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft dar. Ein fallender realer Wechselkurs (also eine reale Abwertung des Euro bei Verwendung der Mengennotation) impliziert einen relativen Preisrückgang des heimischen Warenkorbs gegenüber dem ausländischen Warenkorb. Heimische Güter werden also auf den Weltmärkten billiger und deshalb verstärkt nachgefragt.


Realignment (Leitkursanpassungen)

Neufestsetzung des Leitkurses in einem System fester Wechselkurse.


Realzinssatz

Nominalzinssatz abzüglich der Inflationsrate (VPI oder HVPI-Inflationsrate). Ist er negativ (z. B. Inflation höher als Zinssatz für Sparbuch), verlieren Spareinlagen real an Wert.


Referenzwert

Bestimmter Wert (Maßstab), der als Bezugsgröße (Benchmark) herangezogen werden kann. Das dem EG-Vertrag beigefügte Protokoll über das Verfahren bei einem übermäßigen Defizit z. B. gibt explizite Referenzwerte für die Defizitquote (3% des Bruttoinlandsprodukts) und die Schuldenquote (60% des Bruttoinlandsprodukts) an (Konvergenzkriterien).


Registerarbeitslosenquote

Beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos registrierte Personen im Verhältnis zu der Summe aus den unselbständig Beschäftigten laut Sozialversicherungsträgern und den registrierten Arbeitslosen.

Diese Quote wird üblicherweise nicht saisonbereinigt und weißt daher im Jahresverlauf starke Schwankungen auf.


Rezession

Wirtschaftliche Abschwungsphase (im klassischen Konjunkturzyklus erst die Stagnationsphase auf niedrigem  Niveau nach einem Abschwung). Eine technische Rezession liegt vor, wenn das Bruttoinlandsprodukt in zwei aufeinander folgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorjahresquartalen stagniert oder schrumpft.


Rohölpreis

Nachdem Rohöl der wichtigste Primärenergieträger der Weltwirtschaft ist, preislich im Zeitverlauf aber sehr stark schwankt, hat der Rohölpreis entscheidende Auswirkungen auf die Wirtschaftsdynamik und insbesondere auf die Inflationsrate. Bestimmungsfaktoren für die Ölpreisentwicklung sind die weltwirtschaftliche Nachfrage, das kurz- und langfristige globale Rohölangebot, die Preispolitik der OPEC sowie die Unsicherheit an den Rohstoffmärkten. Der Rohölpreis wird üblicherweise in US-Dollar je Barrel abgegeben.


Rohstoffe

Rohstoffe – natürliche Ressourcen, die bis auf Maßnahmen zur Förderung, Ernte etc. noch unbearbeitet sind – sind der Ausgangspunkt vieler industriell gefertigter Güter. Sie machen etwa ein Drittel des Güter-Welthandels aus. Ihre Lagerfähigkeit und ihre begrenzte Verfügbarkeit machen sie zu einem gängigen Investitions- und Spekulationsobjekt. Die Rohstoffpreise wirken sich direkt (etwa durch den Konsum nicht weiter verarbeiteter Nahrungsmittel) oder indirekt (über Ressourcen, die in die Produktion von Gütern einfließen) auf die Inflationsrate aus.


Schuldenquote laut Maastricht (Staatsverschuldung laut Maastricht)

Diese setzt den Schuldenstand des Sektors Staat in Beziehung zur Wirtschaftsleistung (= Bruttoinlandsprodukt) einer Volkswirtschaft. Der „Schuldenstand“ ist definiert als „Bruttogesamtschuldenstand zum Nominalwert am Jahresende nach Konsolidierung innerhalb und zwischen den einzelnen Bereichen des Staatssektors“. Zu den Schulden des Staates im Sinne von Maastricht gehören Darlehen von Finanzintermediären und auf den Finanzmärkten direkt aufgenommene Schuldtitel (titrierte Schuldkategorien). Ebenso sind derivative Finanztransaktionen bei der Berechnung der öffentlichen Verschuldung zu berücksichtigen. Nicht einzurechnen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (kurz- und langfristige Handelskredite), Anzahlungen auf begonnene oder bestellte Arbeiten sowie schwebende Posten (Erläge).


Staat

Zum Sektor „Staat“ gehören lt. ESVG 95 Bund, Länder und Gemeinden, sowie Sozialversicherungsträger und andere institutionelle Einheiten, die sich primär mittels Zwangsabgaben finanzieren wie rechtlich selbständige Fonds (z. B. Insolvenzausgleichsfonds, Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds, Krankenanstaltenfonds) und Bundes- und Landeskammern.


Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP)

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) weisen eine gemeinsame Geldpolitik auf. Um das Preisstabilitätsziel in der WWU zu sichern, bedarf es einer stabilitätsorientierten Fiskalpolitik. Letztere liegt aber in der Verantwortung der einzelnen Mitgliedstaaten. Da sich die Auswahl der Teilnehmerländer lt. Vertrag von Maastricht an der Erfüllung der Konvergenzkriterien orientierte, war die fiskalische Stabilität zwar für den Beginn der dritten Stufe der WWU gegeben, nicht aber für den Zeitraum danach. Um eine dauerhafte solide Fiskalpolitik in den Mitgliedsländern zu sichern, wurde im Jahr 1997 der Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) beschlossen und 2005 reformiert. Der SWP besteht aus einer Entschließung und zwei Verordnungen; der Verordnung über den Ausbau der haushaltspolitischen Überwachung und der Überwachung und Koordinierung der Wirtschaftspolitiken (VO (EG) Nr.1466/97 bzw. 1055/2005) sowie der Vorordnung über die Beschleunigung und Klärung des Verfahrens bei einem übermäßigen Defizit (VO (EG) Nr.1467/1997 bzw. Nr.1056/2005). Der SWP stellt somit eine Ergänzung zum EU-Vertrag mit dem Ziel dar, die in nationaler Verantwortung der Mitgliedstaaten des Euroraums verbliebenen Finanz- und Haushaltspolitiken zu koordinieren und zu überwachen und auf diese Weise die Einhaltung einer soliden Budgetpolitik dauerhaft zu sichern. Gemäß SWP sind die Mitgliedstaaten der EU/WWU grundsätzlich verpflichtet, mittelfristig (= über den Konjunkturzyklus) nahezu ausgeglichene öffentliche Haushalte bzw. seit der Reform des SWP 2005 ihr länderspezifisches „mittelfristiges Defizitziel“, zu erreichen. In normalen konjunkturellen Lagen darf die Defizitobergrenze von 3% des BIP nicht überschritten werden. Nur eine leichte, vorübergehende Überschreitung dieser Obergrenze bei Vorliegen einer „außergewöhnlichen Situation“ (schwere Rezessionen oder Naturkatastrophen) wird nicht als „übermäßiges Defizit“ definiert. Andernfalls wird ein spezifischer Sanktionsmechanismus in Gang gesetzt („Verfahren bei Vorliegen eines übermäßigen Defizits“), dessen Ziel, die schnellst mögliche Korrektur des übermäßigen Defizits ist.


Stabilitätsprogramme

Hierbei handelt es sich um die jährlich aktualisierten mittelfristigen Budget- bzw. Haushaltspläne, die die Mitgliedstaaten der WWU der Europäischen Kommission bzw. dem Wirtschafts- und Finanzausschuss (WFA) vorzulegen haben. Deren Einschätzung stellt die Basis für die Beurteilung der einzelnen Updates durch den ECOFIN entsprechend dem präventiven Arm des SWP dar. Die jährlichen Updates zu den Stabilitätsprogrammen sind entsprechend eines gemeinsamen „Code of Conduct“ zu erstellen und enthalten im Wesentlichen Informationen über die Einschätzung der mittelfristigen makroökonomischen Entwicklungen, der mittelfristigen Budgetziele und der Entwicklung der langfristigen Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen. EU-Mitgliedstaaten, die nicht der WWU angehören, müssen alljährlich ein Update der Konvergenzprogramme legen.


Stagflation

Aus Stagnation und Inflation gebildete Wortzusammensetzung, die eine wirtschaftliche Konstellation beschreibt, in der schwaches Wirtschaftswachstum (bei dem eigentlich ein sinkendes Preisniveau zu erwarten wäre) und Inflation gleichzeitig auftreten. Auslöser von Stagflation können angebotsseitige Schocks sein, die das Preisniveau beeinflussen (deshalb auch Preisschocks genannt). Derartige Angebotsschocks können z. B. durch stark steigende Energiepreise, Missernten oder rigide Lohnpolitik hervorgerufen werden. Stagflation wurde erstmals während der ersten Ölkrise Ende der 1960er-Jahre in Großbritannien und den USA beobachtet, als die OPEC die Ölförderung drosselte.


Stagnation

Konjunkturelle Phase, in der die gesamtwirtschaftliche Entwicklung auf dem Vorquartals- oder Vorjahresniveau stagniert, oder nur sehr geringe prozentuelle Veränderungen des BIP festzustellen sind.


Strukturelles Defizit

Zyklisch (d. h. um den automatischen konjunkturellen Einfluss auf das Defizit) bereinigtes Defizit des Staates unter Herausrechnung spezifischer Einmalmaßnahmen.


Transmissionskanal (Transmissionsmechanismus)

Die Art und Weise, wie sich wirtschaftspolitische Entscheidungen auf eine Volkswirtschaft auswirken, wird als Transmissionsmechanismus bezeichnet. Die Wege, über die diese Impulse übertragen werden, sind die sogenannten Transmissionskanäle. Geldpolitische Impulse werden über Zinskanal, Kreditkanal, Wechselkurskanal und Vermögenskanal übertragen.


Überhitzung

Situation, in der eine Volkswirtschaft über ihre Kapazitätsgrenzen wächst. Das Niveau der wirtschaftlichen Aktivitäten führt zu einem Nachfrageüberhang, was wiederum Inflationsdruck und/oder spekulative Blasen erzeugt und die Handelsbilanz verschlechtert.


Umfrage über das Kreditgeschäft (BLS, Bank Lending Survey)

Um den Informationsstand über die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und private Haushalte zu verbessern, führen die Zentralbanken des Euroraums – in Österreich die OeNB – gemeinsam mit der EZB seit Jänner 2003 viermal jährlich eine Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum (Bank Lending Survey, BLS) durch. Im Rahmen dieser Umfrage werden die Kreditmanager führender Banken aus allen Ländern des Euroraums um ihre Einschätzung der Kreditentwicklung im abgelaufenen Quartal sowie einen Ausblick auf das laufende Quartal gebeten.


Umlaufgeschwindigkeit (Umschlagshäufigkeit)

Häufigkeit, mit der eine einzelne Geldeinheit durchschnittlich für wirtschaftliche Transaktionen (z. B. Käufe) eingesetzt wird. Diese Kennzahl ist von Bedeutung, darasche und starke Veränderungen des Geldumlaufs die Stabilität des Geldwertes beeinflussen können.Je nach zugrunde gelegtem Geldmengenaggregat werden unterschiedliche Formen der Umlaufgeschwindigkeit gemessen.


Verbraucherpreisindex (VPI)

Indikator zur Messung der Preisveränderungen bei Gütern und Dienstleistungen, die ein Haushalt im Allgemeinen verbraucht. Zur Berechnung wird der durchschnittliche Preis eines repräsentativen Warenkorbes an Gütern und Dienstleistungen im Zeitverlauf ermittelt – in Österreich von STATISTIK AUSTRIA (www.statistik.at). Neben seiner Rolle als allgemeiner Inflationsindikator wird der VPI auch zur Wertsicherung von Mieten, Unterhaltszahlungen etc. verwendet, sowie als Datenbasis für Lohnverhandlungen und zur Berechnung des realen BIP herangezogen. Auf europäischer Ebene wird primär der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) verwendet.


Vertrauensindikatoren

Veranschaulichen, wie einzelne Unternehmensbranchen und Verbraucher die Entwicklung des Marktes oder der Wirtschaft einschätzen. Diese Indikatoren basieren auf Umfragen. Ein wichtiger Vertrauensindikator ist der monatlich von der Europäischen Kommission veröffentlichte Economic Sentiment Indicator (ESI).


Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR)

Umfassende, systematische, quantitative Darstellung gesamtwirtschaftlicher Größen einer Volkswirtschaft. Die VGR liefert das für empirische Analysen gesamtwirtschaftlicher Fragen benötigte Datenmaterial. Im Mittelpunkt der VGR steht unter anderem die Berechnung des BIP nach Entstehung, Verteilung und Verwendung. Die Staaten der Europäischen Union gehen bei der Berechnung einheitlich nach dem ESVG 1995 (Europäisches System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen) vor. Damit sind Vergleiche zu anderen Volkswirtschaften möglich. Link: www.statistik.at


Vorlaufindikator

Als Vorlaufindikator bezeichnet man Kennzahlen, anhand derer sich die Entwicklung wichtiger volkswirtschaftlicher Kerngrößen frühzeitig abzeichnet. So lassen Umfragen unter Managern zu den Geschäftserwartungen oder Auftragseingängen Rückschlüsse auf das aktuelle bzw. zukünftige Wirtschaftswachstum zu (siehe Economic Sentiment Indicator (ESI) und Einkaufsmanagerindex (EMI)). Ebenso ist die Entwicklung der Produzentenpreise ein Vorlaufindikator für die Verbraucherpreisinflation. Einige Institutionen veröffentlichen Konjunkturindikatoren die die Informationen mehrerer Vorlaufindikatoren zu einem Sammelindex verdichten. Siehe auch: Konjunkturindikator der OeNB


Wahrgenommene Inflation

Die subjektiv wahrgenommene („gefühlte“) Inflation ist eine Maßzahl für die Preissteigerungsrate, die z. B. im Rahmen von Konsumentenumfragen der Europäischen Kommission ermittelt wird. Die wahrgenommene Inflation kann aus verschiedenen Gründen von der objektiv (anhand eines Preisindex) gemessenen Inflationsrate abweichen. So können der subjektiv als relevant erachtete Warenkorb oder der Referenzzeitpunkt von jenen abweichen, die der offiziellen Inflationsrate zugrunde liegen. Darüber hinaus messen Konsumenten mitunter den Bewegungen einzelner Preise (z. B. von häufig gekauften Gütern) eine unverhältnismäßig große Bedeutung zu. In den Monaten nach Einführung des Euro-Bargelds war die Abweichung von der offiziellen Inflationsmessung besonders stark ausgeprägt. 


Währung

Im engeren Sinn die Geldeinheit, die ein Staat zu seinem Zahlungsmittel bestimmt hat. Im weitesten Sinne die „Geldverfassung“, mit der ein Staat den innerstaatlichen Geld- und Zahlungsverkehr gestaltet und die Wertbeziehungen mit anderen Ländern regelt.


Währungsparität

Das Verhältnis, in dem zwei Währungen gegeneinander getauscht werden. Von einer festen Währungsparität spricht man, wenn eine bestimmte Währung an eine andere einzelne Währung, an das Sonderziehungsrecht des IWF oder an einen sonstigen Währungskorb in einem bestimmten Verhältnis gebunden ist.


Währungsreform

Umfassende Neuordnung des Geldwesens eines Landes. Wird notwendig, wenn das Geld seine Geldfunktionen beispielsweise aufgrund sehr hoher Inflation (Hyperinflation) nicht mehr erfüllen kann. Zu jeder Währungsreform gehört die Einführung des neuen Geldes, womit oft eine Veränderung des Geldwertes und somit eine Veränderung der Kaufkraft verbunden ist.


Währungsumstellung

Unter Währungsumstellung versteht man den Umtausch einer Währung in eine andere Währung, ohne dass es zu einer Veränderung des Geldwertes kommt; die Kaufkraft bleibt voll erhalten. Die Einführung des Euro in Österreich – und damit der Umtausch von Schilling in Euro – stellt eine Währungsumstellung dar, die nicht mit Kaufkraftverlust verbunden ist.


Warenkorb

Zusammenstellung jener Güter und Dienstleistungen, die ein repräsentativer Haushalt typischerweise innerhalb eines Jahres konsumiert. Der Warenkorb dient der Ermittlung eines Preisindex, anhand dessen sich die Inflation messen lässt. Üblicherweise bleiben der Warenkorb sowie die Gewichte der einzelnen Güterkategorien über einen bestimmten Zeitraum (z. B. 5 Jahre) konstant. In den 2005 von STATISTIK AUSTRIA (www.statistik.at) festgelegten Warenkorb für die österreichische Inflationsberechnung finden etwa 770 Güter und Dienstleistungen Eingang, deren Preise aus Aufzeichnungen von 8.000 Haushalten über ihre täglichen Ausgaben ermittelt werden.


Wechselkurs

Gibt das Austauschverhältnis zwischen zwei Währungen an. An den Devisenbörsen bilden sich durch das Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage Kurse, die von Tag zu Tag stark schwanken können. Auch der An- oder Verkauf einer Währung seitens der Zentralbanken kann kursbeeinflussend wirken. Die Veränderungen des Wechselkurses (gegenüber anderen Währungen) bezeichnet man als Aufwertung bzw. Abwertung.


Wechselkursmechanismus ll (WKM ll)

Vereinbarung zur wechselkurspolitischen Zusammenarbeit zwischen den Ländern des Euroraums und den EU-Mitgliedstaaten, die den Euro einführen wollen; konkret die Festlegung eines Leitkurses zum Euro und des zulässigen Schwankungsbereichs der jeweiligen Landeswährungen zu diesem Leitkurs. Maximal dürfen die Kurse um ±15% gegenüber dem Leitkurs schwanken, es können aber auch engere Schwankungsbreiten festgelegt werden. Auf diese Weise soll eine stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik unterstützt und eine spätere Einführung des Euro in diesen Ländern erleichtert werden. Die Stabilität des Wechselkurses ist – neben der Preisstabilität, der Stabilität der öffentlichen Finanzen und der Stabilität des langfristigen Zinssatzes – Bestandteil der sogenannten Konvergenzkriterien.


Wendepunkt im Konjunkturzyklus

An diesem Punkt ändert das BIP im Konjunkturverlauf sein Krümmungsverhalten, das heißt Aufschwung und Abschwung lösen einander ab.


Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw)

1973 gegründetes, unabhängiges Wiener Forschungsinstitut, das sich auf die Region Zentral-, Ost- und Südosteuropa spezialisiert hat. Link: www.wiiw.ac.at.


WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung)

Erstellt wie das IHS und die OeNB regelmäßig Prognosen und wirtschaftswissenschaftliche Analysen. Link: http://www.wifo.ac.at/


Zentralbank (Notenbank)

Institution eines Staates, die die zentrale Verantwortung für die Funktionsfähigkeit des Geld- und Kreditwesens des Landes trägt und eine an gesamtwirtschaftlichen Zielen (z. B. Preisstabilität) ausgerichtete Geldpolitik betreibt. Zu den Hauptaufgaben einer Zentralbank innerhalb des Eurosystems zählen u. a. die Mitwirkung bei der Geldpolitik des Eurosystems, Versorgung der Wirtschaft und Bevölkerung mit Banknoten, die Durchführung der operativen Geldpolitik, Verwaltung der Währungsreserven, Bereitstellung von Zahlungsverkehrsystemen, Erstellung von Finanz(markt)statistiken und im Falle der OeNB die Bankenaufsicht in Österreich.


Zinssatz (Nominalzinssatz)

In Prozent ausgedrückter Preis für die Überlassung von Kapital. Üblicherweise wird ein jährlicher Zinssatz angegeben.


Zyklisch bereinigtes Defizit

Das um die konjunkturellen Einflüsse bereinigte Defizit des Staates gemäß Maastricht-Definition.