
Die Finanzkrise der beiden vergangenen Jahre hat den Handlungsbedarf zur Weiterentwicklung von Basel II deutlich aufgezeigt. Dieser Prozess ist – unter Berücksichtigung der Vorgaben der G 20 – unter der Leitung des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS) und der EU Kommission (auf europäischer Ebene) bereits intensiv im Laufen.
Kernpunkt der Bemühungen ist es, die Risikotragfähigkeit einer Bank – ausgedrückt durch die Höhe und Qualität des Eigenkapitals – mit den eingegangenen Risken besser in Einklang zu bringen. Dies wird vor allem durch die Stärkung des regulatorischen Eigenkapitals in Form von (hartem) Kernkapital erfolgen, wobei anrechenbare Kapitalinstrumente einem strengen Kriterienkatalog zu genügen haben. Weiters sollen bestimmte Geschäfte des Handelsbuchs (kurzfristige Geschäfte) ihrem Risikogehalt entsprechend verschärften Regeln unterworfen werden.
Eine Neuerung im kommenden Regelwerk ist zudem, dass Risikovorsorgen verstärkt in wirtschaftlich guten Zeiten aufgebaut werden sollen, um in Krisenperioden zur Verfügung zu stehen. Ein Kritikpunkt am heutigen Regelwerk Basel II ist die sogenannte zyklische Wirkung, die Banken in wirtschaftlich schwierigen Perioden durch rasch steigende Eigenkapitalanforderungen noch zusätzlich belastet, während es umgekehrt in wirtschaftlich guten Phasen grundsätzlich zu Erleichterungen kommt. Eine Glättung dieser Anforderungen über den Konjunkturzyklus würde der Finanzmarktstabilität dienen und die nachhaltige Kreditvergabefunktion der Banken stärken. Generell soll auch mittels der sogenannten Leverage Ratio (das Verhältnis von Kernkapital zu modifiziertem Bilanzvolumen und außerbilanziellen Forderungen) zusätzlich eine sehr einfache Maßzahl zur Anwendung kommen, um das Wachstum von Banken zu begrenzen und potentielle Mängel bei internen Risikomessungsmodellen zu kompensieren.
Die jüngste Finanzkrise hat auch die große Bedeutung einer ausreichenden Liquiditätsversorgung der Banken aufgezeigt. Um bei Kunden und Geschäftspartnern auf den Finanzmärkten Vertrauen zu genießen, müssen Banken jederzeit in der Lage sein, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Daher ist es das Ziel, ausreichende Liquiditätspuffer und eine längerfristige Refinanzierungsstruktur der Banken zu gewährleisten. Begleitet werden diese Bemühungen von erweiterten Rechenschaftspflichten der Banken, die für mehr Transparenz sorgen sollen.